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Vermischtes

Tiefste Jahresmitteltemperaturen seit 10 Jahren

Freitag, 13. März 2009, 18:14 Uhr

Strenger Winter drückt Mittelwert

Der strenge Winter 08/09 wirkt sich nun auch auf die Temperaturstatistik der vergangenen 12 Monate, die gleitende Jahresmitteltemperatur, aus. An vielen Orten ist die gemittelte Jahrestemperatur so tief wie seit rund 10 Jahren nicht mehr, wie «SF Meteo» berichtet.

Schneelandschaft mit drei Schneemännern
Der zu Ende gehende Winter hat seinem Namen alle Ehre gemacht - und die Jahresmitteltemperatur gedrückt. (sf augenzeuge)

Dieser Winter will nicht enden, und seit Wochen ist es in der Schweiz meist zu kalt im Vergleich zur Norm. Auch der vergangene September lag bereits unter dem langjährigen Mittel. Die Serie von zu kalten Monaten wirkt sich nun auch auf die Temperaturstatistik der vergangenen 12 Monate, das gleitende Jahresmittel, aus.

Die gleitende Jahresmitteltemperatur von März 2008 bis Februar 2009 war an vielen Orten tiefer als die Vergleichswerte der vergangenen 10 Jahre. Einerseits gab es vor Weihnachten extrem viel Schnee, der sich lange halten konnte und die Temperaturen zusätzlich senkte, anderseits wurde die Wetterstation im Jahre 2007 von Liebefeld nach Zollikofen verschoben, so dass die Werte der Messreihe nicht ohne weiteres verglichen werden können.

Nach dem strengen Winter 2005/2006 lag das 12-Monatsmittel in Zürich und Basel im Frühling 2006 noch etwa 1 bis 2 Zehntelgrad tiefer als jetzt. Geht man in der Zeitreihe aber weiter zurück, findet man ebenfalls erst wieder im Jahre 1997 tiefere gleitende Jahresdurchschnittstemperaturen.

Ende Februar betrug die gleitende Jahresmitteltemperatur in Zürich noch 9,04 Grad. Das entspricht im Vergleich zur laufenden Jahresmitteltemperatur Ende Mai 2007 mit einem Wert von 11,45 Grad einem Temperaturrückgang von 2,4 Grad.

In Basel liegt die Mitteltemperatur zurzeit genau 2,5 Grad unter dem Wert von Ende Mai 2007. Damals ging eine 14-monatige Hitzeperiode zu Ende, und die Jahresmitteltemperatur erreichte Werte, wie sie seit dem Beginn der kontinuierlichen Aufzeichnungen in der Schweiz noch nie gemessen wurden. Spektakulär war dabei, dass unmittelbar nach dem strengen Winter 2005/2006 diese Hitzephase folgte.

Trotz der momentanen Kaltphase im Alpenraum ist die globale Erwärmung nicht gestoppt. Die aktuelle Jahresdurchschnittstemperatur von 9,04 Grad in Zürich liegt nämlich immer noch ein halbes Grad über dem Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990 in Zürich mit 8,5 Grad und auch die 10,1 Grad in Basel liegen 0,4 Grad über dem langjährigen Mittelwert. Vergleicht man die Januarwerte des Alpenraums, so erkennt man, dass unsere Kaltperiode höchstens ein Tropfen auf den heissen Stein ist.

In weiten Teilen Asiens ist es deutlich zu warm, zum Teil bis 4 Grad und dies speziell in den arktischen Gebieten Russlands. Deutlich zu warm ist es auch an vielen Orten auf dem nordamerikanischen Kontinent, auch dort zum Teil mit einer positiven Abweichung von bis zu 4 Grad. Nur in Nordost-Kanada war der Januar zu kalt.

Temperaturüberschüsse gab es auch auf der Südhalbkugel, wenn auch in der Regel nicht so markant wie im Norden. Die aktuelle Kaltphase im Alpenraum scheint also nichts mehr als eine Wetterkapriole in der allgemeinen klimatischen Warmphase.

(sf/stom)