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International

Was ist ein Amoklauf?

Mittwoch, 11. März 2009, 11:47 Uhr, Aktualisiert 12:43 Uhr

Der Begriff Amok kommt aus dem Malaiischen und bedeutet wütend und rasend. Man bezeichnet damit eine psychische Ausnahmesituation, die von Unzurechnungsfähigkeit, blindwütiger Aggression und absoluter Gewaltbereitschaft gekennzeichnet ist.

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Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Amok als «willkürliche, anscheinend nicht provozierte Episode mörderischen oder erheblichen (fremd)zerstörerischen Verhaltens». Kennzeichnend für eine als Amok definierte Gewalttat ist die Gefährdung mehrerer Menschen, die verletzt oder sogar getötet werden.

Wissenschaftler wurden zuerst in Südostasien auf Fälle von plötzlich auftretenden psychischen Störungen mit aggressivem Aktionsdrang aufmerksam, die sie als Amoklauf bezeichneten. Die Befallenen zogen unvermittelt den Dolch und stachen im Laufen auf andere ein, bis sie selbst zusammenbrachen. Im Malaiischen wird das Wort Amok auch benutzt, um einen Zustand der äussersten Demütigung und somit des Gesichtsverlusts zu kennzeichnen, der zur Wahnsinnstat treiben kann.

Als Auslöser eines Amoklaufs gelten eine fortgeschrittene psychosoziale Entwurzelung des Täters, der Verlust beruflicher Integration durch Arbeitslosigkeit, Rückstufung oder Versetzung, zunehmend erfahrene Kränkungen sowie Partnerschaftskonflikte. Oft baut sich ein Amoklauf über längere Zeit auf und entlädt sich nach einem Wutanfall mit Tötungen ohne ersichtliches Motiv.

In der westlichen Kultur sind vor allem Amokläufe in Form von «school shootings» bekannt, etwa 1999 an der Columbine-Highschool in den USA. 2001 wurde während einer Sitzung des Kantonsrates im Parlamentsgebäude des Kantons Zug ein Amoklauf verübt. 14 Politiker wurden vom Attentäter Friedrich Leibacher erschossen, der sich kurz darauf selbst das Leben nahm. Fast alle Täter hatten sich zuvor bereits gedanklich mit der bevorstehenden Gewalttat beschäftigt und diese oft auch geplant.

Zudem wurden teilweise Opfer bewusst ausgewählt und regelrecht hingerichtet, oder es existierten sogar «Todeslisten». Der Schul-Amok ist somit offenbar zu einer besonderen Form des Amoklaufs geworden, bei der sich jugendliche Täter ausgegrenzt fühlen und sich an einer abweisenden Welt durch ein blutiges Finale rächen, in dem sie dann selbst untergehen.

(ap/widb)

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