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«Jemand rief: 'Rennt, rennt'!»

Mittwoch, 11. März 2009, 10:54 Uhr, Aktualisiert 12.03.2009, 10:45 Uhr

17-Jähriger richtet in Deutschland Blutbad an

Beim Amoklauf im deutschen Bundesland Baden-Württemberg sind 16 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte der Innenminister des Bundeslandes mit. Neun Schüler, drei Lehrerinnen, ein Angestellter einer schulnahen Klinik, zwei Passanten und der Täter kamen um.

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Amoklauf an einer deutschen Schule

Die Kleinstadt Winnenden ist gelähmt vor Entsetzen: Ein unvorstellbares Blutbad hat der 17-jährige Täter an seiner früheren Realschule angerichtet. Allein hier sind der sinnlosen Gewalt des Teenagers zehn Jungen und Mädchen zwischen 14 und 15 Jahren und drei Lehrerinnen zum Opfer gefallen.

Fassungslos sitzen völlig verstörte Schüler und Eltern am Strassenrand - inmitten eines Grossaufgebots der Polizei. Immer mehr Einsatzwagen treffen rund um die Schule ein.

Die 15-jährige Betty kämpft mit den Tränen und ringt mit den Worten: «Ich habe zwei Schüsse und Geschrei gehört», berichtet sie. «Erst dachte ich, es sei ein Scherz. Aber dann rief jemand: 'Rennt, rennt'. Dann hab ich gesehen, wie Mitschüler aus den Fenstern gesprungen sind und bin losgerannt.»

Eine Frau sagte gegenüber der «Tagesschau»: «Ich verstehe die Welt nicht mehr. Meine Tochter ist aus dem Fenster gesprungen».

Der erste Notruf aus der Schule erreichte die Polizei um 09.33 Uhr. Der Täter, der als unauffälliger Schüler beschrieben wird, ist dort in zwei Klassenräume gestürmt. Wild und offenbar wortlos schiesst er um sich und richtet dabei ein wahres Blutbad an - anders, sagt Landespolizeipräsident Erwin Hetger, könne man das Verbrechen nicht beschreiben. Ein «Amoklauf in Reinkultur» sei es gewesen.

Als zwei Einsatzkräfte des Polizei-Interventionsteams kurz nach dem Notruf die Schule erreichen, ist der Täter schon geflohen. Eine Mutter, die gegen 10.00 Uhr ihren Sohn vom Unterricht im angrenzenden Gymnasium abholen wollte und atemlos hinter einer Absperrung warten muss, sagt, sie habe «nur Polizei gesehen».

In einer Parkanlage in Richtung des Psychiatrischen Krankenhauses erschiesst der Täter einen Passanten, anschliessend kidnappt er ein Auto, lässt den Fahrer gehen und rast weiter bis ins 40 Kilometer entfernte Wendlingen.

Dort wird er schliesslich von der Polizei gestellt: Es kommt zu einer wilden Schiesserei mit der Polizei vor dem Postverteilerzentrum. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Stuttgart tötet sich der Amokläufer wahrscheinlich selbst. Zwei weitere Passanten kommen ums Leben. Zwei Polizisten werden schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt.

Der Täter ist ein Deutscher aus dem Leutenbacher Stadtteil Weiler zum Stein, im letzten Jahr hatte er an der Albertville-Schule seinen Abschluss gemacht. Laut Innenminister Heribert Rech hat der Täter die Mittlere Reife, und ist «nie auffällig gewesen».

Der Vater des Täters besitze als Mitglied im Schützenverein legal mehrere Schusswaffen, eine fehle. Die Familie sei normal in die 5000 Einwohner zählende Gemeinde und ins Vereinsleben integriert gewesen, sagt der um Fassung ringende Bürgermeister von Leutenbach, Jürgen Kiesl.

Die Politiker, die am Unglücksort eintreffen, sind sichtlich berührt. Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) spricht den Angehörigen und den Schülern und Lehrer sein Mitgefühl aus: «Baden-Württemberg ist tief getroffen», sagte Oettinger. Diese Tat habe ein Ausmass angenommen, die das Land bisher nicht gekannt habe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zutiefst bestürzt: «Ich bin wie alle Menschen in Deutschland entsetzt.» Es sei ein Tag der Trauer für ganz Deutschland.

Die Schüler des Schulzentrums wurden derweil vor Ort von Psychologen betreut und von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Am Mittag suchten immer noch Eltern verzweifelt nach ihren Kindern. «Meine Tochter ist elf Jahre. Ich weiss nicht, was passiert ist», sagte ein Vater. Später strahlt er, als er das Mädchen in die Arme schliesst.

(agenturen/widb)

Kommentare aktiv...

R. Schwachsinn, Bern

Verfasst am: 12.3.2009 17:09

PS:

Naja, ob das Bildungsniveau von Mädchen soviel... mehr

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R. Schwachsinn, Bern

Verfasst am: 12.3.2009 17:02

Nochmals falsch...

...einerseits stimmt es überhaupt nicht, dass... mehr

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W. kohl, basel

Verfasst am: 12.3.2009 12:01

Falsch!!!

Es ist ein Irrglaube zu meinen,solche Taten... mehr

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