Wirtschaft
Auftragseinbruch in der Maschinenindustrie
Swissmem begrüsst Konjunkturmassnahmen
Die Aufträge in der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie sind im vierten Quartal 2008 um 33,9 Prozent eingebrochen. Ungemach droht der Branche zudem durch die Verschärfung der Kreditbedingungen.
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Zwar konnten die Umsätze im Gesamtjahr um 5,8 Prozent gesteigert werden, wie der Branchenverband Swissmem aufgrund der Daten von 290 Firmen festgestellt hat. Allerdings zeigen sich auch hier die Verheerungen des vierten Quartals: Zwischen Oktober und Dezember brachen die Erlöse um 3,5 Prozent ein.
Probleme drohen der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) aber auch an der Kreditfront: Entgegen der Beteuerung der Banken beobachteten viele Industriekapitäne derzeit eine Verknappung der Kreditvergaben, sagte der Präsident des Branchenverbandes, Johann Schneider-Ammann, vor den Medien in Zürich.
«Im Moment ist es für ein Mittelstandsunternehmen unmöglich, einen Kredit von 60 Mio. Fr. zu bekommen», sagte der Swissmem-Präsident. Die Aufwendungen für Fremdkapital seien vielerorts höher als vor einem Jahr, zudem sei die Kreditbeschaffung komplizierter und langwieriger geworden.
Schneider-Ammann appellierte an die Banken, die gleichen Beurteilungskriterien wie 2006 anzuwenden. Eine so genannte Kreditklemme würde die Industrie in grosse Schwierigkeiten bringen, da gerade in der Rezession Betriebskredite zu günstigen Konditionen für die Unternehmen der Branche lebenswichtig sind.
«Realistischerweise muss man anerkennen, dass zur Kostensenkung Kurzarbeit allein nicht reicht: Es muss bedauerlicherweise weiter Personal abgebaut werden», sagte Hans Hess, Swissmem-Vizepräsident und Verwaltungsrat in mehreren Schweizer Industriebetrieben. Ende 2008 hatte die MEM-Industrie 356'000 Vollzeitstellen.
Grundlage zur Wahrung der Handlungsfreiheit von Unternehmen sei eine solide Bilanz, auch in vorausblickender Hinsicht: «Am Ende der Krise müssen wir stärker dastehen als vor der Krise, um vom Aufschwung zu profitieren», sagte Hess. Schwarzmalerei, Angst und Panik seien fehl am Platz.
Schneider-Ammann begrüsste die Konjunkturmassnahmen, die der Bundesrat kürzlich vorgestellt hat. Die Eidgenossenschaft stützt die Wirtschaft mit 700 Mio. Fr. Auch die Bezugsdauer für Kurzarbeit von 12 auf 18 Monate zu verlängern stehe stark im Interesse der MEM-Industrie, sagte Schneider-Ammann.
Der Staat solle aber nicht direkt in die Exportwirtschaft eingreifen: «Wir wollen keine Industriepolitik.» Wichtig seien optimale von der Politik gesetzte Rahmenbedingungen, zumal ausländische Konkurrenten von staatlichen Massnahmen profitierten.
Die Branche sei trotz Krise gut aufgestellt. «Im mache mir mehr Sorgen um die Schweiz als um die MEM-Industrie», sagte Schneider-Ammann. Das internationale Ansehen der Schweiz habe in letzter Zeit gelitten.
«Wer Betrug ermöglichte, muss zur Verantwortung gezogen werden», sagte Schneider-Ammann im Sinne einer persönlichen Bemerkung angesichts der UBS-Steueraffäre in den USA. Der Bankenplatz Schweiz gehöre aber insgesamt wie auch die Schweizer Industrie zu den besten der Welt.
(sda/hesa)
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