International
USA verlieren Militär-Drehkreuz für Afghanistan
Kirgistan lässt Stützpunkt schliessen
Kirgistans Parlament hat mit überwältigender Mehrheit die Schliessung eines strategisch wichtigen US-Luftwaffenstützpunktes gebilligt. Die USA haben nun ein halbes Jahr Zeit, den Stützpunkt zu räumen, der Ausgangspunkt für Einsätze in Afghanistan ist. Die Russen stehen bereit, den Stützpunkt zu übernehmen.
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78 der 81 Abgeordneten votierten für ein Gesetz, das ein Abkommen mit den USA über die Nutzung der Militärbasis in Manas aufkündigt. Zwei Parlamentarier enthielten sich bei der Abstimmung der Stimme, einer stimmte gegen die Schliessung.
Die Regierung von Präsident Kurmanbek Bakijew hatte das Gesetz Anfang Februar auf den Weg gebracht. Er werde die im Dezember 2001 begonnene Zusammenarbeit mit den Amerikanern aufkündigen, da Washington zu wenig für die Nutzung der Basis zahle, argumentierte Bakijew. Zudem lehne die Bevölkerung die US-Soldaten ab.
Der mit etwa 1000 Soldaten besetzte Stützpunkt Manas nahe der Hauptstadt Bischkek ist Ausgangspunkt für internationale Militäreinsätze in Afghanistan. Nach Inkrafttreten des kirgisischen Parlamentsbeschlusses müssen die USA die Basis innerhalb eines halben Jahres räumen.
Die Entscheidung fiel, nachdem Russland der Ex-Sowjetrepublik einen Milliardenkredit zugesichert hatte. US-Militärs verhandelten auf der Suche nach einer Alternative für Manas bereits mit der Nachbarrepublik Usbekistan. Zugleich hat die russische Regierung den USA und der NATO angeboten, ihr Schienennetz für Gütertransporte zur Versorgung der Truppen in Afghanistan bereitzustellen. Von der Transitgenehmigung sind Waffen ausgeschlossen.
Laut Medien haben die USA den Stützpunkt Manas als Drehkreuz für den Transport von monatlich 15'000 Soldaten und 500 Tonnen Fracht genutzt. Die US-Regierung hatte bis zuletzt auf einen Erhalt des Stützpunktes Manas gehofft.
Russland will die Basis zur Stationierung einer neuen schnellen Eingreiftruppe nutzen. Diese Anti-Terror-Einheit soll in Zusammenarbeit mit Kirgistan und anderen Ex-Sowjetrepubliken gebildet werden.
(sda/fasc)
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