International
Erster Prozess gegen Rote Khmer
Chef-Folterer vor Gericht in Kambodscha
Der 66-jährige Kaing Guek Eav, genannt «Duch», muss sich vor dem UNO-Sondertribunal in Kambodschas Hauptstadt Pnom Penh wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten.
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Der ehemalige Leiter des berüchtigten Gefängnisses «S-21» ist drei Jahrzehnte nach dem Ende der Schreckensherrschaft unter Pol Pot das erste Führungsmitglied der Roten Khmer, dem der Prozess gemacht wird.
Unter seiner Leitung wurden gemäss der Anklage im Folterlager über 14'000 Menschen gefoltert und auf den benachbarten «Killing Fields» umgebracht. Insgesamt verloren während der Herrschaft der Roten Khmer von 1975 bis 1979 mindestens 1,7 Millionen Menschen ihr Leben.
Erste Zeugen sagen im März gegen Duch aus. In den Anhörungen zu Prozessbeginn geht es vor allem um Verfahrensfragen. Der Angeklagte hat kein Geständnis abgelegt, laut Anklage aber etliche Verbrechen «zugegeben oder eingeräumt». Der inzwischen zum Christentum konvertierte Duch hat seine Opfer ausserdem um Vergebung gebeten.
Der Prozess gegen Duch ist der erste von fünf Prozessen gegen ehemalige Mitglieder des Regimes von Pol Pot. Vier weitere ranghohe Mitglieder der Roten Khmer müssen sich voraussichtlich im kommenden Jahr vor dem Völkermord-Tribunal verantworten. Diese zeigten bislang keine Reue.
Das Sondertribunal war im Jahr 2006 nach fast zehnjährigen Verhandlungen zwischen der UNO und Kambodscha eingerichtet worden. 500 Zuschauer warteten auf den Beginn der Anhörung. «Nicht nur ich will heute Gerechtigkeit. Alle Kambodschaner warten jetzt seit 30 Jahren», sagte einer der weniger als 20 Überlebenden des Lagers S-21, Vann Nath.
(Agenturen/mulr)
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J. Stump, Zürich
Verfasst am: 19.2.2009 10:08
Es ist fast nicht zu glauben...
doch die Roten Khmer hatten auch hier ihre... mehr
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