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UBS mit «Buebe-Trickli» ?

Sonntag, 15. Februar 2009, 0:59 Uhr, Aktualisiert 16.02.2009, 8:44 Uhr

Boni-Kommunikation in der Kritik

Die UBS kommt nicht aus den Schlagzeilen. So berichten Sonntagsmedien, dass die Boni der Grossbank sehr viel höher ausfallen könnten als bisher kommuniziert. Zudem scheint die UBS der Swissair nachzueifern, indem sie die Eigenkapitaldecke offenbar durch einen Zugriff auf die Pensionskasse stärken will. Derweil äussern Politiker erneut Unverständnis über den «fehlenden Mut von Finanzaufsicht und Bundesrat».

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UBS Boni

Nach Recherchen des Sonntag erhalten «UBS-Mitarbeiter mehr als die kommunizierten 2,2 Milliarden Franken» Boni bzw. «variable Lohnbestandteile».

Den Nachforschungen des Blattes zufolge komme man auf über 3,5 Milliarden Franken, wenn man weitere variable Elemente hinzuzähle, wie den Ersatz des Options-Planes (rund 500 Mio. Franken) und einen zusätzlichen Kompensationsplan für Direktoren (rund 900 Mio. Franken).

Ein Teil davon werde erst im zweiten Quartal 2009 zugeteilt, berichtet das Blatt. Deshalb müsse er auch nicht im Jahresabschluss ausgewiesen werden. Dabei handelt es sich um einen Kompensationsplan im Umfang von 900 Millionen Franken. «Davon profitierten die obersten 12 Prozent des Personals», wie UBS-Sprecherin Eveline Müller-Eichenberger sagt. «Effekt pro Kopf: durchschnittlich 100'000 Franken».

Die Zahlungen seien jedoch an Voraussetzungen geknüpft. Dazu zähle, dass die UBS keine weitere Staatshilfe in Anspruch nimmt und dass sowohl der UBS-Konzern als auch die Division des Nutzniessers profitabel seien. Am vergangenen Dienstag hat die UBS schwarze Zahlen für 2009 in Aussicht gestellt.

Die politische Empörung über den Entscheid der Finanzmarktaufsicht (Finma) zu den UBS-Boni reisse nicht ab, je mehr er sich als «veritables Buebe-Trickli entpuppt», berichtet der «SonntagsBlick».

Die Finma habe nämlich nicht nur 2,2 Milliarden Franken an «variabler Kompensation» bewilligt. Insgesamt dürften es bis zu 3,8 Milliarden sein, hat das Blatt errechnet.

Bewusst heruntergespielt habe sie folgende Tatsachen: Bis zu 1,6 Milliarden kassieren «Schlüsselmitarbeiter» auf Direktionsstufe zusätzlich, wenn sie in den nächsten Jahren nicht zur Konkurrenz überlaufen.

Kaderangehörige sollten demzufolge «einen langfristigen Anreiz haben» in der Firma zu bleiben, begründete Finma-Sprecher Tobias Lux das Manöver: «Deshalb haben wir zugestimmt, dass die UBS solchen Angestellten unter klaren Bedingungen über die nächsten Jahre ein Aktien- und Optionsprogramm sowie Barvergütungen in Höhe von insgesamt höchstens 1.6 Milliarden Franken für das Geschäftsjahr 2008 ausschütten darf.»

Auch diese versteckten Boni werden also laut «SonntagsBlick» für das «grösste Verlustjahr in der Geschichte der Bank, ja der Schweizer Wirtschaftsgeschichte ausgeschüttet».

Politiker wie FDP-Nationalrat und Industrieunternehmer Johann Schneider-Ammann verstehen nicht, dass man «den Rettern, sprich uns Steuerzahlern, diese Kommunikation und diese inakzeptablen Boni» zumutet: «Ich bin über den fehlenden Mut der Finma und des Bundesrates erstaunt.»

In ihrem Bemühen, die Eigenkapitaldecke zu stärken, ist die UBS offenbar «auf eine neue Idee gekommen», heisst es im «Sonntag». Die Bank habe die Buchungsregel IAS 19 angewendet, der bereits die Swissair im Jahr 2000 zu Berühmtheit verholfen hat.

Der Paragraf besagt laut «Sonntag»: Ist eine Pensionskasse (PK) sehr gut ausgestattet, könne sie Beitragspausen einschalten (reduzierte Sätze von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen). Solche zukünftigen Ersparnisse könnten als Eigenkapital verbucht werden.

Die UBS wende den Paragrafen erstmals an, heisst es weiter. Machte sich die Swissair damals eine Milliarde Franken zunutze, seien es jetzt bei der UBS dem Blatt zufolge «gar 1,6 Milliarden».

Die UBS-Sprecherin Eveline Müller-Eichenberger habe dazu erklärt: «Die Finanzlage der Pensionskasse ist dadurch nicht betroffen. Die Verbuchung dieses Assets erfolgte nach den Regeln von IAS 19 und ist ein buchhalterischer Effekt, der das Konzern-Eigenkapital der UBS erhöht hat.»

Der Effekt ist nicht ganz unwichtig. Die Finanzmarktaufsicht Finma verlangt mindestens 3% Eigenkapital, die UBS habe aber nur knapp 2,6%. In Zahlen ausgedrückt fehlten der UBS 6 Milliarden, um die Vorgaben zu erfüllen, ohne PK wären es 7,5 Milliarden, so der «Sonntag» abschliessend.

(sf/halp)

Kommentare aktiv...

R. Fauser, Augsburg

Verfasst am: 16.2.2009 21:49

Ich meinte das

einzige Korrektiv, das ich kenne, nämlich... mehr

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R. Fauser, Augsburg

Verfasst am: 16.2.2009 21:41

Schlichtweg

zur falschen Zeit bin ich in den Markt... mehr

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F. Frei, Buriram

Verfasst am: 16.2.2009 14:02

Wer verdient denn Respekt?

Wer sich aufgrund überprüfbarer Informationen... mehr

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