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Wirtschaft

Kein Streik wegen geplantem SBB-Kahlschlag

Dienstag, 3. Februar 2009, 14:09 Uhr

Schliessung von Rangierbahnhof Biel nicht überraschend

Die teilweise Schliessung des Rangierbahnhofs Biel wird leiser vor sich gehen als der drohende Abbau beim Industriewerk Bellinzona. Für die Eisenbahnergewerkschaft SEV ist es ein «angekündigter Tod». Kampfmassnahmen sind nicht geplant.

Ein Teil eines Güterzugs.
Gegen die Schliessung des Rangierbahnhofs Biel ist kein Streik geplant. (pd)

Der Rangierbahnhof Biel sei seit Jahrzehnten auf dem absteigenden Ast, sagte ein Sprecher des Eisenbahn- und Verkehrspersonalverbands SEV. «Grössere Investitionen wurden schon lange keine mehr gemacht. Heute würde eine Modernisierung sehr viel Geld kosten.»

Unrentable Anlage

Nach Angaben der SBB wären dafür 100 bis 150 Millionen Franken nötig. Bei abnehmenden Rangiervolumen und ungedeckten Betriebskosten der Anlage in Biel will das Unternehmen dieses Geld nicht in die Hand nehmen. Es bleibt nur die Schliessung des grössten Teils der Anlage, wie ein SBB-Sprecher eine Meldung des «Bieler Tagblatts» bestätigte.

Die Schliessung muss noch vom Verwaltungsrat der SBB abgesegnet werden. Betroffen ist die Sortierung von Güterwagen nach Bestimmungsort. In Biel beibehalten werden soll lediglich die Feinverteilung für SBB-Cargo-Kunden in der Region. Dafür wird ein Teil der Rangieranlage weiterbenutzt. Die Pläne sollen auf Anfang nächsten Jahres umgesetzt werden.

Sorge um betroffene Angestellte

40 der 53 Stellen im Rangierbahnhof Biel gehen verloren. Den betroffenen Angestellten gilt laut Sprecher die Hauptsorge des SEV. Der Verband hält am 16. und am 23. Februar Betriebsversammlungen ab, an welchen die Belegschaft vor allem über ihre Rechte informiert werden soll.

Die SBB kann aufgrund des geltenden Gesamtarbeitsvertrags kein Personal aus wirtschaftlichen Gründen entlassen. Allen in Biel nicht mehr benötigten Angestellten muss daher eine Umschulung oder eine Stelle in einem anderen Rangierbahnhof angeboten werden, wie die SBB mitteilte.

Immer weniger Rangierbahnhöfe

Einfach dürfte dies nicht werden, da laut SEV-Sprecher gut zwei Drittel der Belegschaft über 50 Jahre alt ist. «Es wird schwierig, für sie etwas neues zu finden», befürchtet der Gewerkschaftssprecher - umso mehr, als die SBB auch andernorts Kapazitäten auf Rangierbahnhöfen abbaut.

Heute wird noch in Lausanne, Limmattal, Dänikon, St. Gallen, Rotkreuz, Basel und Chiasso rangiert. Das gleiche Schicksal wie Biel hat bereits der Rangierbahnhof Olten erlitten, wo 36 Stellen verloren gegangen sind. Laut dem SBB-Sprecher konnte aber für alle Angestellten eine neue Stelle im Unternehmen gefunden werden.

Der SBB-Sprecher betonte auch, dass die Schliessung des Rangierbahnhofs Biel keinen Zusammenhang mit der konjunkturellen Lage habe. In Biel wurden bisher vor allem Wagen für den Binnenverkehr rangiert. Dieser ist vorerst stabil, wie es hiess. Anders internationale Verkehr, wo SBB Cargo seit Oktober gegenüber den Vorjahresmonaten rund 20 Prozent verloren hat.

(sda/bers)

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