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International

Terrorgefahr in Deutschland «sehr gross»

Samstag, 31. Januar 2009, 12:44 Uhr, Aktualisiert 02.02.2009, 10:18 Uhr

Verfassungsschutz glaubt an Anschlagsvorbereitungen

Deutschland wählt im September den Bundestag. Das Bundesamt für Verfassungsschutz ist nun wegen der Veröffentlichung mehrerer Terrordrohungen im Internet alarmiert. Ein Anschlag vor den Wahlen sei gut möglich.

Im Vordergrund ein Arm in Uniform mit deutschem Abzeichen. Im Hintergrund liegt ein Soldat in Tarnkleidung am Boden und zielt mit seinem Gewehr.
Ein möglicher Anschlag könnte auf den Abzug der deutschen Afghanistan-Mission zielen. (reuters)

«Die Gefahr ist sehr gross, dass in Deutschland ein Terroranschlag durch Islamisten verübt wird», sagte Behördenpräsident Heinz Fromm dem «Hamburger Abendblatt».

Fromm bezeichnete Vermutungen, dass die Terrororganisation El Kaida auf die Bundestagswahl im September ziele und den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan erzwingen wolle, als naheliegend.

Die Erklärungen des Islamisten Bekkay Harrach in einem der Videos deuteten in diese Richtung. Im Jahr 2004 verübten Anhänger des Terrornetzes Anschläge auf Züge in Madrid. Die konservative Regierung wurde daraufhin abgewählt die spanischen Truppen aus dem Irak abgezogen.

Fromm bewertete die Videos mit deutschem Bezug als neue Stufe der Propaganda. «Im Kern belegen die Aussagen, dass Anschläge gegen unser Land vorbereitet werden.» Der Krieg zwischen der radikalislamischen Hamas und Israel im Gazastreifen sowie die Berichterstattung in arabischen Medien darüber produzierte nach Fromms Einschätzung einen neuen Hass.

«Unsere Sorge ist, dass Palästinenser und andere Muslime sich zu spontanen Übergriffen in Deutschland veranlasst sehen könnten. Die ohnehin bestehende Gefahr für israelische, für jüdische Einrichtungen hat sich dadurch weiter erhöht.»

Der Behördenchef berichtete zudem laut der Zeitung, den Sicherheitsbehörden sei ein islamistisch-terroristisches Personenpotenzial in Deutschland im hohen dreistelligen Bereich bekannt, darunter viele eingebürgerte Deutsche und auch Konvertiten.

Fromm rief Muslime zur Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz und der Polizei auf. «Ich würde mir wünschen, dass die Muslime ihre Zurückhaltung gegenüber den deutschen Sicherheitsbehörden aufgeben», sagte er. «Wenn auffällt, dass sich junge Leute radikalisieren, sollte das gemeldet werden.» Eine für diesen Zweck eingerichtete Hotline des Verfassungsschutzes werde bisher so gut wie nicht genutzt.

Ein Ende des islamistischen Terrorismus sei nicht absehbar, sagte Fromm. Auf die Amtsübernahme von US-Präsident Barack Obama habe es keine expliziten Reaktionen in Deutschland gegeben. «Ich glaube nicht, dass wir sehr schnell mit einer Entspannung rechnen können.»

(ap/frua)

Kommentare aktiv...

P. Keller, Bern

Verfasst am: 1.2.2009 23:02

Das schätze ich anders ein

Für die Al-Kaida-Dumpfbacken sind die Deutschen... mehr

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J. Hüttl, Lochau

Verfasst am: 1.2.2009 11:20

R. Fauser

Ich kann Sie mit Ihrer Meinung nur zu einer der... mehr

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J. Hüttl, Lochau

Verfasst am: 1.2.2009 10:57

Gar nicht unverdient?

S. Drago. Bitte erinnern Sie sich mal an die... mehr

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