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Bessie Nager ist tot

Donnerstag, 29. Januar 2009, 15:40 Uhr, Aktualisiert 15:40 Uhr

Künstlerin stirbt mit 46 Jahren

Bessie Nager ist am vergangenen Sonntag im Alter von 46 Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen, wie ihre Familie und Freunde mitteilten.

Bessie Nager im gelben Shirt.
Bessie Nagers Kunst hatte immer mit Alltagsgegenständen zu tun. (keystone)

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Christoph Vögele, Kurator von Nagers letzter, Mitte Januar eröffneten Ausstellung am Kunstmuseum Solothurn, würdigte sie als eine der wichtigsten Schweizer Kunstschaffenden ihrer Generation.

Die mehrfach preisgekrönte Künstlerin interessierte sich in ihrem Schaffen vor allem für «Räume, wo Menschen zusammenkommen», wie sie selbst erklärte: «Kollektive, soziale Orte». Dies konnten Tramwagen sein, aber auch Städte oder Länder.

Nager habe sich ausserdem intensiv mit all den Fragen beschäftigt, die sich zum Thema Reisen stellten, sagte Vögele. Die Werke der Künstlerin hätten sowohl mit der Migration als politischem Thema zu tun, wie mit der gesellschaftlichen und existenziellen Bedeutung des Unterwegsseins.

Nager hatte an der Zürcher Hochschule der Künste sowie an der Uni Zürich Kunst und Kunstgeschichte studiert. Ihr Schaffen war in zahlreichen Ausstellungen in der Schweiz ebenso wie im europäischen Ausland und in den USA zu sehen. Sie habe das Publikum mit ihren Werken «direkt angesprochen», sagte Vögele.

Die Ausstellung in Solothurn, die noch bis Mitte April dauert, trägt den Titel «hrönir». Der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges (1899-1986) bezeichnete mit diesem Wort künstlerisch verfremdete Objekte, «Sekundärobjekte».

Auch Nager verschob Alltägliches in den Kunstkontext und verfremdete es dabei. In Solothurn ist ein Fahrrad zu sehen, das sie entgegen seiner Bestimmung in einen Kasten einschloss und so zur Bewegungslosigkeit zwang. Neben den Kasten aber stellte sie einen Sockel, den zu besteigen das Publikum eingeladen ist.

Weil die aus Luzern stammende Künstlerin vielfach auch mit Plastiktaschen arbeitete, wurde sie bisweilen scherzhaft als «bag lady» (US-Slang für Streunerin) bezeichnet. Einen ebenfalls grossen Stellenwert in Nagers Schaffen nahmen Trams ein. 2006 war im Zürcher Helmhaus ein von ihr umgebautes Züri-Tram ausgestellt.

(sda/fasc)

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