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Schmähpreis für Berner Kraftwerke

Mittwoch, 28. Januar 2009, 16:51 Uhr, Aktualisiert 29.01.2009, 8:56 Uhr

Public Eye Award für BKW und US-Konzern

Die Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace Schweiz haben erneut den Negativ-Preis «Public Eye Award» vergeben. Er geht an die Bernischen Kraftwerke (BKW) und den US-Goldminenkonzern Newmont Mining.

Die formvollendeten Awards täuschen nicht über den negativen Charakter des Preises hinweg. (keystone)

In der Kategorie «Swiss Award» wird dieses Jahr die BKW für das geplante 1,6-Milliarden-Franken-Kohlekraftwerk im niedersächsischen Dörpen angeprangert.

Inge Stemmer als Vertreterin der lokalen Bürgerinitiative «Saubere Energie» kritisierte den «riesigen Widerspruch zwischen der grünen Schweizer Werbung und der schwarzen Dörpener Realität».

Sie forderte BKW-Konzernchef Kurt Rohrbach auf, auf den gigantischen CO2-Export ins benachbarte Ausland zu verzichten.

Mit dem «Global Award» und dem Publikumspreis «People's Award» gewinnt Newmont Mining gleich zwei Anti-Oscars. Am Pranger steht der Bergbaukonzern wegen seines Goldminenprojekts in Ost-Ghana.

Daniel Owusu-Koranteng als Präsident der Betroffenenorganisation WACAM berichtete von einer zynischen Zerstörung einzigartiger Lebensräume, brutalen Zwangsumsiedlungen sowie vergifteten Böden und Flüssen.

Die Schmähpreise stünden für alle jene WEF-Mitglieder, deren soziale und ökologische Vergehen die Kehrseite einer rein profitorientierten Globalisierung zeigten, halten EvB und Greenpeace fest.

Mit dem Leitthema «Die Welt nach der Krise gestalten» habe das WEF das Motto verfehlt, bevor es überhaupt begonnen habe, stellte der frühere CDU-Generalsekretär und Bundesminister Heiner Geissler in seiner Eröffnungsrede zum zehnten «Public Eye» fest.

Denn damit werde suggeriert, dass die Krise bereits vorbei sei. Geissler verwies auf Berechnungen des US-Ökonomen Nouriel Roubini, wonach die Finanzbranche mit weiteren Verlusten von über einer Billion Dollar rechnen müsse.

Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer (SP/BL) kritisierte das WEF als «ebenso wichtigen wie windigen Lobbyverein für das konkursite Geschäftsmodell Neoliberalismus».

Der erstmals verliehene «Public Eye Positive Award» geht an die kolumbianischen Gewerkschaftsführer Jairo Quiroz Delgado und Freddy Lozano. Ihre Gewerkschaft Sintracarbon engagiere sich hartnäckig und erfolgreich für die von der Kohlemine El Cerrejon betroffenen Gemeinschaften.

Sie forderten ein schnelles Ende der rücksichtslosen Ausbeutung von Ressourcen in Entwicklungsländern durch transnationale Konzerne.

(ap/from)

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