Schweiz
Urs Tinner: «Es war alles ganz anders»
Der Ingenieur aus dem Rheintal spricht erstmals
Dem 44-jährigen Rheintaler Mechaniker Urs Tinner wird vorgeworfen, nukleares Kriegsmaterial illegal nach Libyen geliefert zu haben. Deswegen sass Urs Tinner über vier Jahre in Untersuchungshaft. Seit wenigen Wochen ist er auf freiem Fuss. Im Dokumentarfilm «Der Spion, der aus dem Rheintal kam» nimmt Tinner erstmals Stellung zu den Vorwürfen.
- SF DOK
- 28.12.08: Die Atomschmuggelaffäre Tinner im Zeitraffer
- 27.12.08: Urs Tinner aus Haft entlassen
- 20.12.08: Infos zu Affäre Tinner sollen geheim bleiben
- 23.11.08: Urs Tinner klagt gegen Schredder-Aktion
- 05.10.08: Trotz «Aktion Reisswolf» vor Gericht
- 02.10.08: Den Gebrüdern Tinner droht eine Anklage
- 25.08.08: Flossen CIA-Millionen an die Tinners?
- 08.08.08: Tinners bleiben in U-Haft
- 22.06.08: Khan: «Habe keine Pläne an Tinner geliefert»
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Urs Tinner dementiert, nukleares Material geschmuggelt zu haben. Er sei in Dubai zwar mit dem pakistanischen Wissenschaftler A. Q. Khan in Kontakt gekommen. A. Q. Khan, der sogenannte Vater der pakistanischen Atombombe, versuchte zu dieser Zeit, Atombomben-Pläne an andere Länder zu verkaufen.
Urs Tinner sagt, er habe relativ rasch gemerkt, dass etwas nicht stimmen könne. Er erklärt im Film: «Irgendwie ist man blitzartig in etwas drin, in dem man gar nicht drin sein möchte.» Er habe in der Folge begonnen, heimlich Khan-Dokumente zu kopieren. «Erst war es ein Fehler, dass ich es auf der internen Harddisk des Computers gespeichert hatte. Und nachher habe ich gesehen, dass dort Kopien drauf sind.»
Tinner habe die Dokumente studiert und für sich entschieden, Hilfe zu suchen und das Netzwerk zu sabotieren.
Den US- oder britischen Geheimdienst habe er mit einer List auf sich aufmerksam gemacht, sagt Tinner weiter. Dazu habe er eine nukleare Anlage so verändert, dass nur Experten dies erkennen konnten.
Damit sei er auf eine Ausstellung gegangen. Daraufhin sei es zum Kontakt gekommen, wann und wie will Tinner nicht sagen: «Da werde ich nicht darüber sprechen. Weil das sind Sachen, wo ich zugesichert habe, dass ich nicht darüber spreche.»
Unbestritten ist, dass Tinner dem CIA Informationen geliefert hat. Laut Tinner konnte unter anderem dank seinen Hinweisen das nukleare Netzwerk von A. Q. Khan gestoppt werden. Die CIA verweigert jede Stellungnahme.
Indizien, dass Tinners Darstellung zutrifft, lieferte allerdings das US-State Departement letzte Woche: Die Behörde publizierte eine Liste mit jenen Personen, die sie beschuldigt, mit A. Q. Khan zusammen gearbeitet zu haben. Gegen diese hat die USA strenge Sanktionen erlassen. Urs Tinner erscheint nicht auf der Liste.
(sf/horm)
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M. hurni, Bern
Verfasst am: 22.1.2009 11:38
ja Herr Tinner,
Es war nicht alles anders, sondern es ist alles... mehr
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M. Margeau, Au
Verfasst am: 21.1.2009 22:28
Mein Nachbar der Spion!
Wer hätte das gedacht? Die Vorlage für den... mehr
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