International
Obama-Fieber von Kenia bis Peru
Mandela: «Wahl berührt die Menschen»
Überall auf der Welt haben Menschen die Amtseinführung von Barack Obama als neuer US-Präsident mit Jubel und Freude begleitet. Von Asien und Ostafrika über Europa bis hin nach Südamerika sahen Menschen im ersten schwarzen US-Präsidenten ein Symbol der Hoffnung. In Kenia wurden sogar Ochsen und Ziegen für ein Festmahl geschlachtet.
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In Europa gab es Bälle zu Ehren Obamas, in Peru wurden rituelle Tänze aufgeführt, in Indonesien versammelten sich alte Klassenkameraden Obamas und in Ungarn wurden Kerzen für den neuen US-Präsidenten angezündet.
Obamas Aufstieg gebe den Armen in Brasilien Hoffnung, sagte Alex Andrade im Elendsviertel Cantalago von Rio de Janeiro. «Schwarze werden hier so stark diskriminiert. Aber jetzt, da ein Schwarzer für so ein wichtiges Land verantwortlich ist, wird es vielleicht helfen, den Rassismus zu schwächen», sagte der 24-Jährige.
In der kolumbianischen Stadt Puerto Tejada hatten viele Arbeiter der Zuckerrohrplantagen - zumeist Nachfahren von Sklaven - den Tag frei bekommen, um die Amtseinführung auf einer grossen Leinwand zu verfolgen. «Die Leute hier sehen sich selbst durch Obama repräsentiert», sagte Bürgermeister Elver Montano.
Ein dutzend Schamanen und Medizinmänner aus Brasilien, Mexiko, Bolivien und Peru versammelten sich in der peruanischen Hauptstadt Lima und führten während der Amtseinführung einen rituellen Tanz auf. Sie sangen Obamas Namen und warfen Blüten und Kokablätter auf ein Bild des neuen US-Präsidenten, um ihm Glück zu wünschen.
Früher sei das ein Ritual ausschliesslich für Herrscher der Inkas gewesen, erklärte Schamane Juan Osco. «Heute widmen wir es Obama, weil er der erste schwarze Präsident ist und sein Herz gross genug ist für die ganze Welt», sagte Osco.
In Schweden richtete die afroamerikanische Sängerin Cyndee Peters eine «Gala für Obama» mit zahlreichen Künstlern aus der Musikszene aus. «Das Obama-Fieber ist auf der ganzen Welt verbreitet», sagte die in den USA aufgewachsene 62-Jährige. «Wofür er steht - das muss gefeiert werden.»
In Ungarn versammelten sich US-Bürger mit Wahlplakaten in der Hauptstadt Budapest und zündeten Kerzen an. In London, wo es über die ganze Stadt verteilt Partys gab, bekamen Besucher freien Eintritt, um bei Madame Tussaud's mit der Wachsfigur Obamas zu posieren.
Die 44-jährige Louise Darko aus Atlanta war sichtlich bewegt und erinnerte sich an die Schwierigkeiten ihrer Grosseltern, als in den USA noch Rassentrennung galt. «Wenn ich jetzt meinen Kindern sage: 'Ihr könnt aufwachsen und alles werden', dann meine ich es auch wirklich.»
In Kenia wurden Ochsen und Ziegen für ein Festmahl geschlachtet, Bier stand parat, Projektoren und Leinwände waren für die Übertragung aufgebaut worden. Das Land, aus dem Obamas Vater stammt, war völlig aus dem Häuschen.
Seit Monaten schwoll der Stolz über den Sohn Kenias im Weissen Haus bereits an, Bilder des US-Präsidenten finden sich im ganzen Land. Im Dorf Kogelo, wo ein grosser Teil von Obamas kenianischer Verwandtschaft lebt, versammelten sich rund 3000 Leute in der Grundschule zu einer grossen Feier mit traditionellen Tänzen.
Doktor Joseph Osoo, der in Nairobi in einem der grössten Elendsviertel des ostafrikanischen Landes eine Klinik betreibt, sah in Obamas Wahl auch eine Lektion für Kenia. «Unsere Wahl in Kenia war wirklich von ethnischen Spannungen überschattet. Amerika hat gezeigt, dass dies kein so grosses Problem sein muss.»
Erst vor einem Jahr war Kenia nach der Parlamentswahl wegen ethnischer Spannungen ins Chaos gestürzt, bei Ausschreitungen wurden hunderte getötet. Vor einem Jahr war Osoo noch damit beschäftigt, die Verletzten zu nähen. «Die Kenianer sind sehr glücklich, weil ihr Sohn die Führungspersönlichkeit Amerikas sein wird.»
In der indonesischen Hauptstadt Jakarta, wo Obama als Kind vier Jahre gelebt hat, versammelten sich die Schüler seiner alten Grundschule in traditionellen Gewändern zu einer Feier. Auch alte Klassenkameraden Obamas waren aus dem freudigen Anlass zur Grundschule Menteng 1 zurückgekommen, um ihrem alten Kameraden «Barry» Glück zu wünschen. «Ich bin stolz, dass der nächste Präsident jemand ist, mit dem ich Zeit verbracht habe», sagte Rully Dasaad, der mit Obama Pfadfinder war.
Der Held des Kampfes gegen die Apartheid, Nelson Mandela, gratulierte dem ersten schwarzen US-Präsidenten schriftlich aus Südafrika. «Ihre Wahl in dieses hohe Amt hat die Menschen berührt wie wenige andere Ereignisse der jüngeren Vergangenheit.» Viele Menschen auf der ganzen Welt verlören angesichts ungelöster Probleme die Hoffnung. «Sie, Herr Präsident, haben eine neue Stimmung der Hoffnung gebracht», schrieb Mandela.
(ap/halp)
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R. Fauser, Augsburg
Verfasst am: 21.1.2009 20:20
Vieleicht,
entsteht daraus ein schwarzes Schaf.
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J. Simon, erlach
Verfasst am: 21.1.2009 18:54
Korrigenda
...gleich wie Champagner, schützt.
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J. Simon, erlach
Verfasst am: 21.1.2009 15:16
`Teufelsküche`
Den die Hochfinanz (Maij) ist eine Teufelsküche,... mehr
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