International
China zensiert Obamas Antrittsrede
Passage über Regimekritiker und Kommunismus gestrichen
China hat die Antrittsrede von Barack Obama im Fernsehen und Internet zensiert. Kaum hatte der Übersetzer der Rede des neuen US-Präsidenten das Wort «Kommunismus» ausgesprochen, brach beim staatlichen chinesischen Fernsehen der Ton ab.
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Die Rede wurde später ganz ausgeblendet und ein Moderator fragte einen Experten über Herausforderungen in der US-Wirtschaft aus. Beide wirkten in dem Ausschnitt der Sendung überrascht.
Obama hatte erklärt, frühere Generationen von Amerikaner hätten «den Kommunismus und Faschismus nicht nur mit Raketen und Panzern, sondern auch mit stabilen Bündnissen und festen Überzeugungen» überwunden.
In den Übersetzungen der Rede auf den grossen chinesischen Internet-Portalen Sina und Sohu fehlte das Wort «Kommunismus». Ein zweiter Absatz der Rede, in dem Obama Staaten anspricht, die Kritiker mundtot machten, fehlte ganz.
Dieser fand sich zwar auf der Site Netease wieder, dafür jedoch nicht der Abschnitt über den Kommunismus. Ein in Kanada lebender Chinese ergänzte ihn in dem Kommentar-Bereich der Site auf Englisch.
Auf der Website des Senders Phoenix TV in Hongkong wurde die Rede dagegen in voller Länge gedruckt. Auf Englisch fand sich die vollständige Version auf der Internet-Seite der staatlichen Zeitung «China Daily».
Die Regierung in Peking hat in den vergangenen Wochen die Zensur im Internet massiv ausgeweitet und mehr als 200 Websites geschlossen. Offiziell wird dies mit «vulgärem Inhalt» begründet. In diesem Jahr stehen mehrere politisch bedeutsame Termine an, wie der 20. Jahrestag des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens.
(sda/horm)
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