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International

Israel schickt tausende Reservisten an die Front

Sonntag, 11. Januar 2009, 9:16 Uhr, Aktualisiert 12.01.2009, 6:32 Uhr

Schwerste Kämpfe seit Kriegsbeginn

Israel hat die dritte Kriegswoche mit einer neuen Phase eingeleitet. Tausende Reservisten drangen tiefer denn je zum Machtzentrum der Hamas vor. Dabei kam es zu den schwersten Kämpfen seit Beginn der Militäraktion.

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Gazastreifen aktuell

Israelische Bodentruppen und Panzer rückten unterstützt von Kampfhelikoptern in die östlichen und südlichen Teile der Stadt Gaza ein. Sie wurden von Hamas-Kämpfern mit Panzerfäusten und Granaten beschossen. In der Stadt sind rund 400‘000 Bewohner eingeschlossen. Brigadegeneral Avi Benajahu bestätigte, dass auch Reserve-Einheiten nach Gaza verlegt worden seien.

Die Verlegung von tausenden Reservisten ist laut Analysten ein Zeichen dafür, dass Israel eine neue Phase in seiner Offensive eingeleitet hat. Das israelische Verteidigungsministerium hatte zuvor angedeutet, nach den Luftangriffen und dem Bodeneinsatz eine dritte Phase zu beginnen, die auch mit Strassenkämpfen verbunden sei.

Die Zahl der Todesopfer stieg nach palästinensischen Angaben auf rund 870. Auf israelischer Seite sind 13 Menschen ums Leben gekommen.

Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert sagte vor der wöchentlichen Kabinettsitzung, die Offensive nähere sich ihren Zielen, «aber mehr Geduld, Entschlossenheit und Anstrengung ist noch gefordert».

Auch die Hamas gibt sich unnachgiebig. Ihr Führer Chaled Maschaal kündigte an, seine Gruppierung werde solange weiter kämpfen, bis die Israeli sich zurückzögen und die Blockade des Gazastreifens beendeten. Die Hamas-Spitze ist seit Beginn der israelischen Militäroffensive untergetaucht.

Bei der Offensive im Gazastreifen soll die israelische Armee laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch HRW Phosphor eingesetzt haben. Ein Arzt in einem palästinensischen Spital bestätigte, dass mindestens 55 Menschen Phosphor-Verbrennungen erlitten hätten. Israels Armee dementierte dies.

Phosphor wird in Rauchgranaten verwendet, um für vorrückende Truppen einen Sichtschirm aufzubauen. Internationale Gesetze verbieten den Einsatz nicht. In Gebieten mit hoher Bevölkerungsdichte könne Phosphor zu Verbrennungen bei Zivilisten führen, erklärte HRW.

(reuters/ap/meip/fasc)