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Wiedergeburt der letzten Hexe

Freitag, 9. Januar 2009, 18:47 Uhr, Aktualisiert 18:50 Uhr

Start zu den Anna-Göldi-Festspielen in Mollis

Im glarnerischen Mollis (GL) geht das Anna-Göldi-Festspiel «Annas Carnifex» in die Realisierungsphase. Uraufgeführt wird das Stück über die vermeintliche und inzwischen voll rehabilitierte letzte Hexe Europas im Sommer nächsten Jahres.

Portrait des Glarner Schriftstellers Perikles Monioudis.
Der Glarner Schriftsteller Perikles Monioudis zeichnet für die Dialoge des Stücks verantwortlich. (keystone/archiv)

Die Aufführungen sollen in stimmungsvollem Rahmen in Mollis, an historischer Stätte, erfolgen, wie die Festspielverantwortlichen bekanntgaben. Auf die Bühne gebracht wird das Stück in der Umgebung des Zwickyhauses und in der Nähe des heutigen Orts- und Anna-Göldi-Museums.

Im Zwickyhaus hatte die Magd aus Sennwald (SG), die 1782 als letzte Hexe in Europa hingerichtet wurde, sechs Jahre lang gearbeitet. Göldi war beschuldigt worden, die achtjährige Tochter ihres Dienstherrn vergiftet zu haben.

Im August letzten Jahres rehabilitierte das Glarner Kantonsparlament die Magd. Sie sei Opfer eines «Justizmordes» geworden.

Die Gemeinde Mollis und die Glarner Regierung unterstützen das Festspiel mit insgesamt 240‘000 Franken.

Den Bühnentext verfasste der Glarner Schriftsteller Perikles Monioudis. Für die Umsetzung des Stoffes ist Theaterregisseurin Barbara Schlumpf zuständig, die mit der Neuinszenierung der Tellspiele in Altdorf für Aufsehen sorgte.

Walter Hauser, Stiftungsrat der Anna-Göldi-Stiftung und Autor des Buches «Der Justizmord an Anna Göldi», orientierte über die Ausrichtung eines Anna-Göldi-Menschenrechtspreises.

Die Stiftung will alle zwei Jahre Personen auszeichnen, die sich in der heutigen Zeit für Menschenrechte und gegen Justizwillkür einsetzen.

(sda/from)

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