International
Israel kündigt «Krieg ohne Gnade» an
Luftangriffe auf den Gazastreifen ausgeweitet
Israel hat die Luftangriffe auf den Gazastreifen ausgeweitet und der palästinensischen Organisation Hamas einen «Krieg bis zum bitteren Ende» erklärt.
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«Das Ziel der Operation ist der Sturz der Hamas», sagte der Vize-Regierungschef. Erst wenn es im Gazastreifen eine andere Regierung gebe, werde Israel seine Militäraktionen beenden, sagte Haim Ramon dem Fernsehsender «10». «Wir sind aufgeschlossen gegen jegliche andere Regierung, die den Platz der Hamas übernimmt.»
Verteidigungsminister Ehud Barak sagte vor dem Parlament in Jerusalem, dass die Operation falls notwendig ausgeweitet werden soll. «Wir haben nichts gegen die Bewohner des Gazastreifens, aber wir führen einen Krieg ohne Gnade gegen die Hamas und ihre Verbündeten», fügte er an.
Israel bemühe sich, zivile Opfer zu vermeiden und lasse humanitäre Hilfe für die Menschen im Gazastreifen zu, sagte Aussenministerin Zipi Livni. Ägypten hat derweil den Grenzübergang Rafah wieder für palästinensische Verletzte und für Hilfslieferungen in den Gazastreifen geöffnet.
Drei Lastwagen mit Blutkonserven und anderen medizinischen Hilfsgütern haben nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) den Gazastreifen erreicht. Dennoch sei es unwahrscheinlich, dass der Bedarf der Krankenhäuser in dem Gebiet damit gedeckt werde.
Bis am dritten Tag der israelischen Luftangriffe wurden nach unterschiedlichen Angaben zwischen 310 und 345 Menschen getötet, zwischen 1400 und 1600 wurden verletzt.
Die Anzeichen auf eine israelische Bodenoffensive verdichten sich derweil weiter. Die Armee verstärkte das Truppenaufgebot in dem an den Gazastreifen grenzenden Gebiet und erklärte es zur militärischen Sperrzone. Einem solchen Schritt war in der Vergangenheit vielfach eine Bodenoffensive gefolgt.
Gleichzeitig flog die Luftwaffe neue Angriffe gegen Hamas-Standorte und zerstörte Augenzeugen zufolge unter anderem das Büro von Hamas-Regierungschef Ismail Hanija. In der Nacht hatte sie die Islamische Universität in Gaza beschossen; dort seien Raketen, Sprengstoff und elektronisches Gerät entwickelt worden, hiess es zur Begründung.
Trotz mehr als 300 Luftangriffen seit Samstag zeigte sich die Hamas jedoch weiter kampfbereit. Militante Palästinenser feuerten mehr als 60 Raketen auf Israel ab. In Aschkelon wurde dabei ein arabischer Israeli getötet. Es ist das zweite israelische Opfer seit Beginn der Offensive.
Ein Hamas-Sprecher dementierte eine Erklärung der Organisation Islamischer Staaten (OIC), die Gruppe sei bereit für einen Waffenstillstand. Erst wenn die Angriffe beendet würden und die Belagerung aufgehoben werde, könne über die Zukunft gesprochen werden, sagte Osama Hamdan, der die Hamas im Libanon vertritt.
(sda/buet/bosy)
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