Inhalt

Finanzkrise trifft SBB Cargo hart

Freitag, 5. Dezember 2008, 18:11 Uhr, Aktualisiert 06.12.2008, 8:34 Uhr

Sinkende Nachfrage macht sich bemerkbar

SBB Cargo leidet massiv unter den Folgen der Finanzkrise. Allein im November verzeichnete das Unternehmen ein Minus von 20 Prozent. Und auch für den Monat Dezember wird mit schlechten Zahlen gerechnet, wie die «Tagesschau» berichtet.

Videoplayer
Finanzkrise trifft SBB Cargo

Es seien vor allem die Autotransporte, die fehlen würden, erklärte SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi. Auch die Probleme in der Stahlindustrie und allgemein die sinkende Nachfrage im internationalen Güterverkehr bekomme SBB Cargo zu spüren.

Die Verantwortlichen bei SBB Cargo reagieren auf diese Situation unter anderem mit einem Einstellungsstopp, wie Pallecchi weiter erklärte. Ausserdem würden weniger Züge eingesetzt, diese aber besser ausgelastet, so dass die Kosten gesenkt werden können.

Die Krise trifft die seit Jahren defizitäre SBB Cargo zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die in die Wege geleiteten Sanierungsmassnahmen zeigten im ersten Halbjahr 2008 erste positive Auswirkungen. Diese Erfolge sind durch die aktuelle Krise wieder in Frage gestellt.

Die SBB brach zudem die Lohnverhandlungen mit den Gewerkschaften ab. Beide Seiten sind sich zwar darüber einig, dass die Löhne des SBB-Personals 2009 steigen sollen. Über die Höhe wird aber gestritten.

Die SBB haben eine Lohnerhöhung in Höhe von 1,9 Prozent der Lohnsumme geboten. Darin enthalten ist gemäss Mitteilung eine generelle Lohnerhöhung von 1 Prozent, individuelle Erhöhungen von einem halben Prozent sowie 0,4 Prozent für Lohnerhöhungen, die durch Neu- und Höhereinstufungen während des Jahres anfallen.

Die Gewerkschaften erklärten, angesichts der tieferen November-Teuerung und der Wirtschaftslage seien sie der SBB bei den Verhandlungen einen «grossen Schritt» entgegengekommen. Zuvor hatten sie noch einen Teuerungsausgleich von 2,6 Prozent gefordert; diesen schraubten sie auf 1,5 Prozent herunter.

Weiter reduzierten sie ihre ursprüngliche Forderung von 1 Prozent Reallohnerhöhung auf ein halbes oder mindestens eine Erhöhung um einen Sockelbetrag von 150 Franken monatlich.

(sf/sda/schl)

Kommentare aktiv...
Dieser Artikel wurde archiviert. Die Kommentarmöglichkeit wurde deshalb deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Interesse.