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Abbruch des Hardturm-Stadions hat begonnen

Donnerstag, 4. Dezember 2008, 13:36 Uhr, Aktualisiert 20:33 Uhr

Vorläufiges Ende einer Fussball-Legende

Mit einem lauten Scheppern hat der Abbruch des Zürcher Hardturm-Stadions begonnen. Ein Bagger knipste die massiven Stahlträger der alten Tribüne durch und riss das rostige Dach in die Tiefe. Gegen die entsprechende Bewilligung der Stadt Zürich ging kein Rekurs ein.

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Hardturm ist Geschichte

«Genau nach Plan», sagte Jakob Richi von der zuständigen Abbruchfirma nach dem ersten grossen Krach. Die anderen Tribünendächer werden in den kommenden Tagen und Wochen den selben Weg gehen. «Im Gegenuhrzeigersinn werden wir sie einreissen und auf dem Rasen in ihre Einzelteile zerlegen.»

Die Demontage der Stahlelemente wird voraussichtlich vier Wochen dauern, danach werden zwei Monate lang die Betonteile zerkleinert. Damit die Anwohner möglichst lange vor Staub und Lärm geschützt sind, kommt die Osttribüne erst ganz am Schluss an die Reihe.

Um die einstige Heimat der Grasshoppers GC dem Erdboden gleichzumachen, braucht es 15 Arbeiter und sechs Bagger. «Wenn alles nach Plan läuft, wird hier im März nichts mehr von einem Stadion zu sehen sein», so Richi.

Weggeworfen werden die Überreste des Stadions allerdings nicht. Wie Richi erklärt, werden Stahl und Beton vollständig recycelt. Auch für die Beleuchtungskörper gebe es einen zweiten Verwendungszweck - als Ersatzteile für andere Zürcher Sportstätten.

GC-Fans waren beim Start der Abbrucharbeiten keine zu sehen. Sie hatten sich in den letzten Wochen jeweils in der Nacht von ihrer Clubheimat verabschiedet. «Es gab viele nächtliche Gäste, die sich von den Absperrungen offenbar nicht abhalten liessen», sagte Richi.

Diese Besucher hätten jedes Kabel und jeden Lichtschalter abmontiert. Möbelstücke wurden abtransportiert, Scheiben eingeschlagen und letzte Grüsse an die Stadionwände gesprayt.

«Hier gibt es wirklich gar nichts mehr zu holen», so Richi. Von weiteren Abschiedsbesuchen rät er aber nicht nur deswegen ab. Es bestehe grosse Gefahr, durch herabfallende oder einstürzende Gebäudeteile verletzt zu werden.

Wann auf dem Areal das seit langem geplante neue Fussballstadion gebaut wird, ist nach wie vor offen. Noch immer ist ein Rechtsverfahren hängig.

Am grundsätzlichen Willen, das Projekt voranzutreiben, habe sich nichts geändert, schreibt die Grundeigentümerin Credit Suisse in einer Mitteilung. Allerdings gelten nach wie vor dieselben Voraussetzungen für die definitive Realisierung. So müssten eine rechtskräftige Baubewilligung vorliegen und die Wirtschaftlichkeit des Projekts gegeben sein.

Noch im letzten Sommer wurde das stillgelegte Hardtum-Stadion in Zürich zum Festgelände. Junge Aktivisten hatten das Stadion ein Wochenende lang besetzt; Konzerte, Barbetrieb und Tanz-Parties fanden statt, wo sonst der Ball rollte.

Das Stadion im Zürcher Industriequartier ist legendär. 1929 eröffnet, war der Hardturm die Heimat von GC. Das Stadion war lange Zeit wegen der potenten Geldgeber als elitär verschrieen.

Aber alles Gold und Geld nützte schliesslich doch nichts: Gegen den Neubau des Stadions wehrten sich Anwohner und Verbände. Der Traum vom Euro-08-Stadion musste begraben werden.

(sda/horm)

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P. Reger, Zürich

Verfasst am: 4.12.2008 14:17

Schande

Vor weniger wie 10 Jahren war der Hardturm noch... mehr

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