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International

Härteres Vorgehen gegen Kinderpornografie

Samstag, 29. November 2008, 16:40 Uhr, Aktualisiert 16:42 Uhr

Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern

Immer neue Praktiken im Internet erschweren den Kampf gegen Kinderpornografie. Zum Abschluss ihres Weltkongresses in Rio de Janeiro forderten deshalb Kinderschützer aus aller Welt die Regierungen zu einem härteren Vorgehen auf.

Ein Kind schläft auf einem grünen Teppich.
Laut dem UNO-Kinderhilfswerk UNICEF werden weltweit jedes Jahr etwa 1,8 Millionen Kinder zu Prostitution oder Pornografie gezwungen. (reuters/symbolbild)

Laut dem UNO-Kinderhilfswerk UNICEF werden weltweit jedes Jahr etwa 1,8 Millionen Kinder zu Prostitution oder Pornografie gezwungen. Im «Pakt von Rio» fassten die rund 3000 Vertreter aus 137 Ländern, darunter aus der Schweiz, am Freitag ihre Forderungen zusammen.

Eine der wichtigsten Forderungen sei, Kinderpornografie im Internet künftig ganz zu verbieten, sagte Karolina Frischkopf, Leiterin der Fachstelle ECPAT Switzerland vom Kinderschutz Schweiz.

Auch das Anschauen von Kinderpornografie würde damit strafbar - und die Nachfrage könnte deutlich gesenkt werden.

Eine weitere Forderung sei die Verstärkung des so genannten Blockings, bei dem Internetprovider angefragt werden, freiwillig bekannte Webseiten mit kinderpornografischem Inhalt zu sperren. Diesbezüglich handle die Schweiz bereits vorbildlich, sagt Frischkopf.

Weniger gut funktioniert laut Frischkopf dagegen die Zusammenarbeit mit Interpol und mit anderen Staaten. Gerade im Kindersextourismus habe sich gezeigt, dass die vorhandenen Gesetze noch nicht ausreichten.

Zwar können in der Schweiz nun auch Pädophile für Taten bestraft werden, die sie in einem anderen Land begangen haben. Dies zum Beispiel, wenn ein Kind im Ausland nicht mehr im Schutzalter war, in der Schweiz aber schon.

«Dazu müssen die Staaten aber in der Strafverfolgung, in der Beweisaufnahme und nachher auch vor Gericht enger zusammenarbeiten», sagte Frischkopf. «Dort muss in nächster Zeit der Fokus gelegt werden.»

Ruth-Gaby Vermot, Vorstandsmitglied der ECPAT Switzerland, ist überzeugt, dass die Schweiz bei neuen Ermittlungsmethoden eine Vorreiterrolle spielen könnte. Kinderpornografie wird heute meist über einen Internetanbieter gekauft und mit Kreditkarte bezahlt.

Eine der wichtigsten Aufgaben sei weiterhin die Sensibilisierung der Bevölkerung. Bei Kinderpornografie gehe es nicht einfach um das Herunterladen von Fotos, sondern um «absolut abscheuliches» Material: «Männer, zum Beispiel, die Babys penetrieren.» Erregt würden die Täter nicht nur über die Bilder, sondern auch über das Geschrei, die Tränen und die Not der Kinder.

(sda/bosl)

Kommentare aktiv...

F. Nanni, Schagen, SA

Verfasst am: 29.11.2008 18:30

Wenn...

... KOBIK, die nationale Anlaufstelle der... mehr

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M. Trümmer, Basel

Verfasst am: 29.11.2008 18:19

Äh...

Ist mit "anschauen" wirklich das blosse... mehr

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