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International

1,8 Mio. Kinder sind Sex-Sklaven

Samstag, 29. November 2008, 2:15 Uhr, Aktualisiert 05:28 Uhr

«Pakt von Rio» gegen Ausbeutung

Kinderschützer aus aller Welt haben von Politikern, Internetwirtschaft und Tourismusbeauftragten ein härteres Vorgehen gegen die sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen gefordert. Im brasilianischen Rio de Janeiro beschlossen sie auf dem dritten Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen eine Reihe von Forderungen im so genannten «Pakt von Rio».

Ein kleiner Junge hält ein Transparent vor die Kamera mit der englischen Aufschrift «Stoppt Kinder-Pornographie»
Insbesondere in Asien nehmen Proteste gegen Kinderpornographie (wie hier in Manila) weiter zu. (reuters)

Darin rufen die 3000 Vertreter aus 137 Ländern, darunter auch aus der Schweiz, die Regierungen dazu auf, innerhalb der nächsten fünf Jahre unabhängige Institutionen zu schaffen, die für die Rechte von Kindern kämpfen sollen.

Zudem solle auf nationaler Ebene noch im nächsten Jahr ein Datensystem mit Informationen über die Ausbeutung von Kindern aufgebaut werden. Auf deren Basis müsse dann bis 2013 ein regionales System geschaffen werden, über das die Daten zwischen Ländern ausgetauscht werden könnten.

Der «Pakt von Rio» ruft die Regierungen auch zu einer engeren Zusammenarbeit mit Interpol auf. Zudem müssten Politiker den Privatsektor, insbesondere die Internetwirtschaft, dazu verpflichten, Verhaltenskodexe einzuführen.

Laut dem UNO-Kinderhilfswerk UNICEF werden weltweit jedes Jahr etwa 1,8 Millionen Kinder zu Prostitution oder Pornografie gezwungen.

Das tatsächliche Ausmass der Ausbeutung ist nach Einschätzung des UNO-Kinderhilfswerks jedoch unbekannt, da die Täter im Verborgenen handelten und kriminelle Netzwerke nutzten.

Sextouristen sollten zudem mit Strafverfolgung in ihrem eigenen Land rechnen müssen, sollten sie ihre Verbrechen in einem Staat mit laxen Strafen für den Missbrauch von Kindern begehen.

Schweden hat bereits ein solches Gesetz, wie es von rund 3000 Experten und Regierungsvertretern aus 137 Staaten gutgeheissen wird, sagte der Direktor des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF für Lateinamerika und die Karibik, Nils Kastberg.

«Viele dieser Pädophilen tauschen sich darüber aus, dass man in bestimmten Ländern keine Sorgen machen müsse - höchstens drohe eine Geldstrafe», erklärte Kastberg. Von den Kongressteilnehmern werde nun erwartet, dass sie sich in ihren Staaten für Gesetzesänderungen einsetzen, die auch die Verfolgung im Ausland begangener Straftaten gegen Kinder ermöglicht.

In einer UN-Studie hiess es kürzlich, 2002 seien 150 Millionen Mädchen und 72 Millionen Jungen unter 18 Jahren zum Geschlechtsverkehr gezwungen worden oder hätten andere Formen sexueller Gewalt erlitten.

(sda/ap/halp)

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K. Walther, Zürich

Verfasst am: 29.11.2008 7:48

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