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Agota Kristof erhält den mit 25'000 Euro dotierten österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur 2008. Sie sei «eine der ganz grossen Schriftsteller der Gegenwartsliteratur», sagte die österreichische Kulturministerin Claudia Schmied.
Bewegte Biografie
Agota Kristof wurde am 30. Oktober 1935 im ungarischen Dorf Csikvánd als Tochter eines Dorfschullehrers geboren. Seit mehr als 50 Jahren lebt die Schriftstellerin in Neuchâtel.
1956 ist Kristof als ungarische Emigrantin in die Schweiz geflohen. Sie hat fünf Jahre als Hilfsarbeiterin in einer Uhrenfabrik gearbeitet und hier Französisch gelernt.
Nicht Kristofs erster Preis
Seit 1978 schreibt sie Hörspiele und Theaterstücke auf Französisch. Mit der ersten Veröffentlichung von «Le grand cahier» (Das grosse Heft) begann 1986 eine unerwartete Erfolgsgeschichte.
«Das grosse Heft» wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt und löste allgemeine Begeisterung aus. 1987 wurde es zum «Livre Européen» gekürt. Agota Kristof wurde für ihr Gesamtwerk mit dem Gottfried-Keller- und dem Schillerpreis gewürdigt.
Erforschung der Seele
In Kristofs Romanen tauchen geschichtliche und politische Fakten jeweils nur im Hintergrund auf, was ihre Universalität ausmacht.
Ihr wahres Interesse gilt der menschlichen Seele, die sie, wie auch die Psyche oder den Körper, ohne Tabu oder Rücksicht erforscht.
Aus aktuellem Anlass zeigt «Sternstunde Kunst» am Sonntag 14. Dezember 2008 um 12.00Uhr auf SF1 ein Porträt der Schriftstellerin.
(SF/honb)
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