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Millionen für «schmutzige» Energie

Freitag, 7. November 2008, 17:14 Uhr, Aktualisiert 08.11.2008, 0:19 Uhr

Stromkonzerne investieren in ausländische Kohlekraft

Schweizer Stromproduzenten beteiligen sich mit Millionen in neue, klimaschädliche Kohlekraftwerke im Ausland. Rätia Energie will gar 50 Prozent des grössten deutschen Kohlewerks Brunsbüttel übernehmen. Dies ergaben Recherchen von «10vor10».

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Dreckschleudern statt Ökostrom

Der Bündner Stromkonzern Rätia Energie verhandelt derzeit über einen 50-Prozent-Anteil am neuen Kohlekraftwerk im norddeutschen Brunsbüttel. Gegenüber «10vor10» bestätigt Konzernchef Kurt Bobst erstmals: «Wir sind guten Mutes, dass Rätia Energie seinen Anteil am Kohlekraftwerk haben wird und unser Projekt in Brunsbüttel realisiert wird.»

Das neue Kohlekraftwerk in Brunsbüttel wird mit Schweizer Beteiligung 4,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr ausstossen. Das entspricht knapp 40 Prozent des gesamten jährlichen Autoverkehrs in der Schweiz. Baubeginn ist nächstes Jahr, das Kraftwerk geht voraussichtlich 2012 ans Netz.

Rätia Energie begründet die Investition in Kohlekraft in der Sendung «als sinnvollen Beitrag zur Versorgungssicherheit».

Die lokale Bevölkerung im norddeutschen Brunsbüttel wehrt sich gegen die Baupläne aus der Schweiz. Kai Schwonberg, Arzt aus Brunsbüttel, kritisiert: «Weshalb werden solche Kohlekraftwerke mit all den Schadstoffen hier bei uns gebaut und nicht dort, wo der Profit hingeht.»

Rätia ist kein Einzelfall: Die bernische BKW beteiligt sich mit 650 Millionen Franken am neuen Kohlekraftwerk im norddeutschen Wilhelmshaven (D). Dieses wird jährlich ebenfalls 4,5 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 ausstossen. Die BKW sagt gegenüber «10vor10»: «Das Werk wird effizient arbeiten. Steinkohle gehört zu einem breiten Energiemix.»

Die Oltener Atel wiederum betreibt ein Kohlekraftwerk in Tschechien, das allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres über 640'000 Tonnen Kohle verfeuert hat. Man investiere laufend ins Werk sagt Atel, und das Kohlekraftwerk halte die tschechischen Luft-Grenzwerte ein.

Die mehrere Millionen teure Investitionen in neue, ausländische Kohlekraftwerke sind stark umstritten. Kohlekraft gilt als schmutzigste Form der Energieproduktion und heizt das Klima auf.

Schweizer Umweltorganisationen wie WWF oder Greenpeace sind empört über die millionenschweren Investitionen in ausländische Kohlekraftwerke. Fredi Lüthin vom WWF Schweiz sagt gegenüber «10vor10»: «Wir fordern vom Bundesrat ein Moratorium. Der Bundesrat soll sich bei den Schweizer Kantonen dafür einsetzen, dass ihre Stromfirmen sich künftig nicht mehr an Kohlekraftwerken beteiligen.»

(sf/frua)

Kommentare aktiv...

N. Kramer, Papenburg

Verfasst am: 13.11.2008 21:58

Windenergie ist nicht out sondern Jobmotor

Keine Ahnung aber einfach mal drauf losquatschen.... mehr

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H. Wienand, Esterwegen

Verfasst am: 13.11.2008 15:38

Brunsbüttel ist nicht Braunkohleland

1. Brunsbüttel ist nicht Braunkohleland!... mehr

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N. Binsberger, St. Gallen

Verfasst am: 9.11.2008 15:28

Logik

@Duck: Ich bin begeisterte Bahnfahrerin. Trotzdem... mehr

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