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International

US-Wähler stimmen gegen Homo-Ehe

Mittwoch, 5. November 2008, 13:19 Uhr

Für Abtreibung und Sterbehilfe

Zeitgleich mit den Präsidentschaftswahlen haben die Wahlberechtigten in den USA über mehr als 150 Referenden in 36 Staaten entschieden. Befürworter der Homo-Ehe mussten dabei eine schwere Niederlage einstecken.

Zwei Männer an Stehpulten.
Die Wahlberechtigten in 36 Staaten entschieden auch über mehr als 150 Referenden. (keystone)

In Florida und Arizona stimmten die Wähler bei Referenden für einen Verfassungszusatz, der eine Ehe nur als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert. Auch in Kalifornien lagen die Verfechter der Homo-Ehe nach Hochrechnungen im Rückstand.

Vor einem halben Jahr hatte der Oberste Gerichtshof des Westküstenstaates grünes Licht für die Trauung von Lesben und Schwulen gegeben, mehr als 16'000 Paare heirateten seitdem. Das heiss umkämpfte und mit über 70 Millionen Dollar teuerste Referendum der Geschichte könnte das Gerichtsurteil nun wieder revidieren.

Auch Abtreibungsgegner erlitten gleich in drei US-Bundesstaaten eine Niederlage. In South Dakota lehnten die Wähler eine Neuregelung ab, die den Schwangerschaftsabbruch nur in Fällen von Vergewaltigung, Inzest und bei akuter Lebensgefahr der Mutter zugelassen hätte.

In Colorado scheiterte ein noch weitergehender Entwurf, der das Lebensrecht vom Moment der Befruchtung an definiert hätte. Die Annahme dieses Referendums hätte jede Abtreibung gesetzeswidrig gemacht. In Kalifornien platzte eine Initiative, wonach minderjährige Mädchen ihre Eltern über den bevorstehenden Eingriff hätten informieren müssen.

In zwei US-Bundesstaaten feierten die Befürworter einer Lockerung der strengen Drogengesetze einen Sieg. Erwachsene Bürger in Massachusetts, die bis zu 28 Gramm der Droge besitzen, müssen sich nicht mehr vor einer strafrechtlichen Verfolgung fürchten. Künftig gibt es nur noch geringe Bussgelder.

In Michigan wurde die Verwendung von Marihuana für medizinische Zwecke gebilligt. Michigan ist damit der 13. US-Staat, in dem Patienten mit ärztlicher Genehmigung unter bestimmten Bedingungen Zugang zu der Droge haben.

Als zweiter US-Bundesstaat nach Oregon erlaubt Washington künftig Sterbehilfe. Unheilbar kranke Menschen, die nur noch maximal sechs Monate zu leben haben, werden nun mit ärztlich verschriebenen Medikamenten sterben dürfen.

Die umstrittene Forschung mit embryonalen Stammzellen wird im US-Staat Michigan nach einer Volksabstimmung leichter. Erstmals dürfen nun Embryonen aus Fortpflanzungskliniken, die von Paaren verworfen wurden und somit in den Sondermüll wandern würden, für Forschungszwecke benutzt werden.

Kalifornische Wähler erteilten einer Initiative, die dem Westküstenstaat die schärfsten Umweltauflagen im Bereich erneuerbarer Energien in den USA beschert hätte, eine Absage.

Demnach hätte Kalifornien bis zum Jahr 2025 die Hälfte seines Bedarfs durch Sonnen-, Wind- oder geothermale Energie decken müssen. Der «Goldene Staat» strebt derzeit 33 Prozent im Jahr 2020 an.

Dagegen setzten sich Tierschützer in Kalifornien mit ihrem Referendum für eine artgerechtere Haltung von Hühnern, trächtigen Schweinen und Kälbern durch. Danach müssen Landwirte bis 2015 zu enge Käfige abschaffen.

Die Tiere sollen so gehalten werden, dass sie «liegen, aufstehen, ihre Gliedmassen strecken und sich frei herumdrehen können», schreibt das Referendum vor. In Massachusetts wurden Hunderennen für Geld verboten.

(sda/hesa)

Kommentare aktiv...

F. Nanni, Schagen, SA

Verfasst am: 5.11.2008 19:19

Schade Kalifornien

... ihr werdet Euer ablehnendes Verhalten gegen... mehr

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