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Immobilienkrise greift nach der Schweiz

Dienstag, 21. Oktober 2008, 16:58 Uhr, Aktualisiert 20:34 Uhr

Mietwohnungen 2009 aber nochmals teurer

Auf dem Schweizer Immobilienmarkt wird 2009 kein Crash erwartet. Aber die Krise könnte die Schweiz mittelfristig durch die Hintertür erreichen. Die Mieten dürften 2009 nochmals rund zwei Prozent ansteigen.

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Immobilien

Die Marktkorrekturen in Grossbritannien, Spanien und anderen europäischen Länden nährten die Befürchtung, dass auch der Schweizer Immobilienmarkt nicht ungeschoren davon komme, heisst es in der Studie der Beratungsfirma Wüest & Partner. Es frage sich, wie viele Turbulenzen die Märkte absorbieren können, bis die Immobilienpreise auch hier ins Rutschen gerieten.

Ernst zu nehmende Anzeichen für einen Preiszerfall im Wohneigentumsmarkt macht die Studie bisher aber keine aus. Dies unter anderem weil der Mietwohnungsmarkt in der Schweiz gut funktioniert: Niemand muss sich über beide Ohren verschulden, um Wohneigentum zu erwerben.

Im Unterschied zu den USA seien die Banken hierzulande vorsichtiger bei der Kreditvergabe. Zusätzlich loben die Experten die Geldpolitik der Nationalbank, die grosse Zinsausschläge bisher vermieden habe.

Wüest & Partner rechnet damit, dass die realen Bauinvestitionen um rund drei Prozent abnehmen. Im laufenden Jahr beträgt der Rückgang voraussichtlich 2,2 Prozent. Der Einfamilienhausbau dürfte dabei sogar auf das tiefste Investitionsvolumen des laufenden Jahrzehnts sinken.

Bei den Wohnungspreisen ist 2009 aber noch kein Absturz in Sicht. Die Angebotspreise der Mietwohnungen dürften vielmehr erneut teurer werden, und zwar um zwei Prozent. Bereits in den letzten zwölf Monaten stiegen die Mietpreise um 3,5 Prozent.

Besonders im Grossraum Zürich und in der Genferseeregion ist die Verteuerung überdurchschnittlich hoch. Sie beträgt 2,7 (Zürich) respektive 2,2 Prozent (Genfersee).

Die Eigentumswohnungen dürften leicht langsamer teurer werden. Die Studie spricht von 1,7 Prozent Teuerung. Vor allem für die Romandie bringt dies eine Abkühlung der Situation: In der Genferseeregion gab es im vergangenen Jahr einen Preissprung von 12,2 Prozent.

Einen Abschwung gab es im Tessin, wo die Preisentwicklung für Einfamilienhäuser deutlich unter den langfristigen Durchschnitt gefallen ist. Ein möglicher Grund ist die Finanzkrise - dadurch sind die zahlungskräftigen Ausländer weniger präsent.

Mit Folgen der Finanzkrise rechnet die Untersuchung auch auf dem Büroflächenmarkt. Die Preishausse im Raum Zürich in den vergangenen zwölf Monaten von 5,2 Prozent werde sich als Strohfeuer erweisen. 2009 sei noch mit einer Zunahme von 1,4 Prozent zu rechnen, landesweit bloss noch mit 1,0 Prozent.

Die Beratungsfirma macht insgesamt ein Fragezeichen zur weiteren Entwicklung auf dem Immobilienmarkt. Über die Hintertür könnten die internationalen Turbulenzen das Schweizer Marktgefüge gehörig durcheinander wirbeln. Einerseits weil weniger hoch qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland zuwandern, andererseits weil die gebeutelte Finanzindustrie weniger Büroflächen beansprucht.

(ap/bucf)

Kommentare aktiv...

K. Müller, Zürich

Verfasst am: 21.10.2008 21:12

Man kann die Krise ...

... auch herbei schreiben. Oder das zumindest... mehr

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