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Bisherige staatliche Hilfsmassnahmen

Montag, 13. Oktober 2008, 14:45 Uhr, Aktualisiert 14.10.2008, 12:59 Uhr

Die weltweite Finanzkrise hat die Regierungen in den vergangenen Wochen immer wieder zum Eingreifen gezwungen. Ein Überblick der wichtigsten bisherigen Hilfsmassnahmen:

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Rettung des Finanzsektors

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USA: Im Ursprungsland der Krise soll der angeschlagenen Bankenbranche ein Rettungspaket im Volumen von 700 Mrd. Dollar helfen. Kernidee ist, dass der Staat den Banken faule Kredite abkauft. Die Regierung erwägt inzwischen auch den direkten Einstieg bei notleidenden Geldinstituten.

GROSSBRITANNIEN: Die Hilfen haben ein Gesamtvolumen von rund 500 Mrd. Pfund. Das Paket ist aber grundsätzlich anders angelegt als das amerikanische. Für 50 Mrd. Pfund will der Staat bei acht der grössten Banken einsteigen und bekommt dafür stimmrechtslose Vorzugsaktien. Nun steht die erste Kapitalspritze von 37 Mrd. Dollar für die Royal Bank of Scotland sowie die vor einer Fusion stehenden HBOS und Lloyds TSB bereit. Die Regierung will auch Banken-Anleihen von rund 250 Mrd. Pfund garantieren. Mindestens 200 Mrd. Pfund sollen als zusätzliche Liquidität in den Markt fliessen. Die Garantie auf Bankeinlagen wurde von 35'000 auf 50'000 Pfund erhöht.

ISLAND: Die Regierung kann per Gesetz die Kontrolle über die gesamte Bankenbranche übernehmen. Mehrere grosse Banken wurden verstaatlicht.

IRLAND: Die irische Regierung verkündete als erste eine Garantie auf alle Einlagen bei den sechs grossen Banken des Landes, das Volumen der Zusage wird auf rund 400 Mrd. Euro geschätzt. Daraufhin zogen andere Länder mit ähnlichen Massnahmen nach oder erhöhten die jeweiligen nationalen Garantiebeträge: Griechenland, Österreich, Schweden, Dänemark.

DEUTSCHLAND: Die Bundesregierung musste zunächst eine Bürgschaft über 26,5 Mrd. Euro übernehmen, um den deutschen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) zu retten. Nun hat Deutschland ein gross angelegtes Massnahmenpaket zur Stützung der gesamten Branche beschlossen: Der Staat bürgt mit bis zu 400 Mrd. Euro für Kredite zwischen den Banken. 80 Mrd. Euro stehen für frisches Kapital an die Geldinstitute zur Verfügung. Zudem verkündete Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Garantie für alle privaten Einlagen.

NIEDERLANDE: Das Geschäft des Bankkonzerns Fortis in den Niederlanden wurde für 16,8 Mrd. Euro komplett vom Staat übernommen. Zudem hält die Regierung für Banken Notkredite im Umfang von 20 Mrd. Euro bereit.

SPANIEN: Ein Notfonds von 30 bis 50 Mrd. Euro soll Banken Kapitalspritzen gewähren. Zudem hat die Regierung eine Garantie für Bankanleihen bis zu 100 Mrd. Euro abgegeben.

FRANKREICH: Für notleidende Banken wird ein Hilfsfonds aufgesetzt. Unterstützung soll auf Einzelfall-Basis gewährt werden.

BELGIEN: Die belgische Regierung gab dem Bankkonzern Fortis eine Kapitalspritze von 4,7 Mrd. Euro und griff der Bank Dexia unter die Arme.

ITALIEN: Überschaubare Hilfsmassnahmen, deren Volumen auf rund 20 Mrd. Euro geschätzt wird. Es geht vor allem darum, die Regeln zu lockern, für welche Sicherheiten Banken frisches Geld leihen können.

RUSSLAND: Die verschiedenen staatlichen Massnahmen zur Stützung der Bankenbranche addieren sich auf 150 Mrd. Dollar. Die Finanzmarkt-Aufsicht setzt immer wieder den Handel an den Börsen aus, um den Kursverfall zu stoppen.

ÖSTERREICH: Die österreichische Regierung hat einen Schutzschirm für die Banken mit einem Volumen mit bis zu 100 Mrd. Euro. beschlossen. Das Paket setze sich aus 85 Mrd. Euro für Garantien und 15 Mrd. Euro an frischem Kapital für den Bankensektor zusammen.

(sda/widb)

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