Schweiz
Keine Seebestattungen für Dignitas
Zürcher Baudirektion spricht Verbot aus
Die Zürcher Baudirektion will gewerbsmässige Seebestattungen unterbinden. Nachdem Medienberichte aufgetaucht sind, dass Dignitas-Mitarbeiter die Asche von 20 Toten in den See schütten wollten, soll die Sterbehilfeorganisation ein Schreiben erhalten.
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Rechtlich seien Seebestattungen nicht klar geregelt, sagte Manuel Fuchs, Pressesprecher der Baudirektion des Kantons Zürich, zu Medienberichten. Das Gewässerschutzgesetz schreibe lediglich vor, dass keine wasserverunreinigenden Stoffe in den See eingelassen werden dürften.
Das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) erteilt einzelne Bewilligungen für Bestattungen im See. Gewerbsmässige Bestattungen will das Amt aber aus ethischen Gründen verhindern. Viele Menschen hätten Mühe mit der Vorstellung, dass im Trinkwasser die Asche von Verstorbenen sein könnte. Für die Trinkwasser- und Badewasserqualität spiele das aber absolut keine Rolle.
Dem Awel geht es aber darum, die Kontrolle darüber zu haben, was für Stoffe in den See gelangen. Es wird Dignitas ein Schreiben zukommen lassen mit der Bitte, Seebestattungen künftig zu unterlassen. Ausserdem soll die Sterbehilfeorganisation darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Baudirektion andernfalls allfällige rechtliche Schritte erwägt.
Beweise, dass Dignitas die Asche von Verstorbenen im See «entsorgte», hat die Zürcher Baudirektion keine. Sie weiss auch von früheren Fällen nichts und reagiert nun insbesondere aufgrund eines Artikels der «Zürichsee-Zeitung». Danach soll ein Hausbesitzer in Stäfa, dessen Haus sich in Ufernähe befindet, Zeuge geworden sein, als ein Mann mit schwarzem Mantel und eine korpulente Frau auf seinem Grundstück 20 Graburnen aus einer Styroporschachtel packten und die Asche in den See streuen wollten. Er habe die beiden sofort zur Rede gestellt und sie gefragt, ob sie von Dignitas seien, was sie bejaht hätten.
Diese Art der Entsorgung der Asche von Verstorbenen sei gängige Praxis gewesen, wurde Soraya Wernli, ehemalige stellvertretende Geschäftsführerin von Dignitas, in Medienberichten zitiert. Geschäftsführer Ludwig A. Minelli habe im Kartoffelkeller die Urnen gesammelt. Sobald mehrere Behälter beisammen gewesen seien, sei die Asche im See entsorgt worden.
Den Angehörigen der Verstorbenen habe die Sterbehilfeorganisation eine Seebestattung versprochen. Gegenüber der Gratiszeitung «20 Minuten» schätzte eine ehemalige Dignitas-Mitarbeiterin, dass mittlerweile die sterblichen Überreste von mehr als 200 Verstorbenen im Zürichsee entsorgt worden sind.
(ap/olsm)
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H. Brandt, Flüelen
Verfasst am: 15.10.2008 14:24
Dignitas
Es wird langsam Zeit dass die Behörden... mehr
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H. ott, zürich
Verfasst am: 11.10.2008 10:47
Ich bin mal gespannt
was man noch alles von der Dignitas zu hören... mehr
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J. Denzler, Zürich
Verfasst am: 10.10.2008 21:13
Primitive Manipulation
"ein Mann mit schwarzem Mantel und eine... mehr
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