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Kantonalbanken haben Zulauf

Mittwoch, 8. Oktober 2008, 15:29 Uhr, Aktualisiert 15:37 Uhr

Sicherheit durch Staatsgarantie vielfach gewährleistet

Die Kantonalbanken verzeichnen seit der Finanzkrise einen deutlichen Zuwachs von Neukunden. Mit der zum Teil unbeschränkten Staatsgarantien für Einlagen lockt die Kunden offenbar vor allem die Sicherheit. Doch nicht bei allen Kantonalbanken ist sie gleich hoch.

Ein Schild der Berner Kantonalbank.
Die Kunden fühlen sich offenbar bei den Kantonalbanken sicher. (keystone)

Die drei grossen Deutschschweizer Kantonalbanken Zürcher Kantonalbank (ZKB), Basler Kantonalbank (BKB) und die Berner Kantonalbank (BEKB) verzeichnen einen hohen Zuwachs an Neukunden.

«Wir hatten im ersten Halbjahr rund 8,5 Milliarden Franken Neugeldzufluss», sagte ein ZKB-Sprecher gegenüber tagesschau.sf.tv.

Dies könnte auch daran liegen, dass die ZKB eine der 21 Kantonalbanken ist, die eine unbeschränkte Staatsgarantie geniesst. Im hypothetischen Fall, dass die ZKB Konkurs anmelden müsste, würde also der Kanton Zürich für die Verbindlichkeiten der Bank haften.

Bei der Genfer, Waadtländer und Berner Kantonalbank dagegen garantiert der Staat für das Geld der Sparer nur beschränkt oder gar nicht. So ist in Genf 500'000 Franken für Private und 3'000'000 für Firmen garantiert, in Bern liegt die Einlagensicherung bei 100'000 Franken bis ins Jahr 2012. Die Waadtländer Kantonalbank hat gar keine Staatsgarantie und es entfallen nur die üblichen 30'000 Franken Einlagensicherung aus dem Bankenfonds auf die Kunden.

Die Staatsgarantie ist Sache des Gesetzgebers in den Kantonen. Nachdem die Genfer Kantonalbank (BCGE) 2000 wegen fauler Kredite saniert werden musste, wurde die Staatsgarantie beschränkt.

Ähnlich sah die Situation in Bern aus, nachdem 1992 die Berner Kantonalbank einen Verlust von 3 Milliarden Franken geschrieben hatte. Dazu war es nicht zuletzt wegen des Engagements in Werner K. Reys Omni-Holding gekommen. Daraus resultierte die sukzessive Abschaffung der Staatsgarantie bis 2012.

Auch der Waadtländer Kantonalbank (BCV) musste der Kanton 2002 mit 1,25 Milliarden Franken unter die Arme greifen. Die Folge war die Abschaffung der Staatsgarantie.

Dort wo die Staatgarantie gilt, hängt sie jedoch von der Zahlungsfähigkeit der Kantone ab. Gemäss dem Kredithandbuch der Credit Suisse vom November 2007 reicht das Bonitätsrating von exzellent (AAA) bis zu solid, aber wirtschaftlich verletztlich (A).

Käme es tatsächlich zum Konkurs einer Kantonalbank, dann müsste mit massiven Steuererhöhungen gerechnet werden. Die Kantone garantieren nämlich Summen, die durchschnittlich sechs Mal höher sind als die jährlichen Gesamteinnahmen der jeweiligen Kantone.

(sf/hues)

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