Schweiz
Bei Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute
Tipps der Schweizerischen Herzstiftung
Im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstands zählt jede Minute. Gemäss der Schweizerischen Herzstiftung bedeutet ein solcher Kreislaufkollaps ausserhalb des Spitals für neun von zehn Betroffenen den Tod. Durch sofortige Wiederbelebung mittels Herzmassage, Beatmung und Defibrillation könnten mehr Leben gerettet werden.
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Ein Herz-Kreislauf-Stillstand kann sich ohne vorherige Anzeichen einstellen, wie die Herzstiftung in ihrem Help-Programm schreibt. Häufig gehen aber ein Herzinfarkt oder eine Herzrhythmusstörung voraus. Der Herzstillstand tritt meistens in den ersten Stunden nach Beginn der Infarktbeschwerden ein.
Anzeichen für einen Herz-Kreislauf-Stillstand sind, wenn Betroffene umfallen oder im Stuhl zusammensinken, wenn sie auf lautes Ansprechen und Schütteln nicht reagieren oder nicht mehr atmen.
Selbst professionelle und gut organisierte Rettungsdienste erreichen die Patienten häufig nicht innerhalb der entscheidenden drei bis fünf Minuten nach dem Herzstillstand. Mit jeder verlorenen Minute sinkt aber die Chance, ohne wesentlichen Hirnschaden zu überleben, warnt die Herzstiftung. Nach der Alarmierung über die Notrufnummer 144 sind deshalb lebensrettende Sofortmassnahmen wichtig.
Bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung wird der Patient mit zwei Atemstössen gefolgt von 30 kräftigen Brustkorb-Kompressionen mit einer Frequenz von 100 pro Minute behandelt. Mit diesen Zyklen muss fortgefahren werden, bis sich das Opfer bewegt, ein Defibrillator angelegt oder aufgeladen ist oder der Rettungsdienst eintrifft und die Reanimation fortsetzt.
Wichtig ist der Druckpunkt für die Herz-Lungen-Wiederbelebung: Brustkorbmitte, untere Brustbeinhälfte, mindestens fünf Zentimeter tief eindrücken, lautet die Anweisung. Die Herzstiftung macht darauf aufmerksam, dass wesentlich mehr Leben gerettet werden könnten, wenn es mehr Laien gäbe, die die Herz-Lungen-Wiederbelebungstechnik kennen würden und allenfalls auch in der Anwendung eines automatischen externen Defibrillators geschult wären.
In den allermeisten Fällen seien Herz-Lungen-Wiederbelebung und Defibrillator ein untrennbares Paar. Denn bei vier von fünf Menschen werde der Herz-Kreislauf-Stillstand durch Kammerflimmern ausgelöst. Diese plötzliche Rhythmusstörung komme einem elektrischen Gewitter oder Chaos im Herzen gleich. Das Herz erbringe dann keine genügende Pumpleistung mehr.
Bei der automatischen externen Defibrillation (AED) wird ein kleines Gerät per Knopfdruck eingesetzt. Diese auch «Defi» genannten Geräte stehen, ähnlich einem Feuerlöscher, an zentralen Stellen für den lebensrettenden Einsatz in Notfällen zur Verfügung. Nach dem Einschalten des Geräts werden die beiden Elektroden an der Brust des Betroffenen angesetzt und durch Drücken des Knopfs ein Elektroschock ausgelöst.
(ap/bers)
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