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«Finanzkrise beendet Ideologie»

Sonntag, 21. September 2008, 2:28 Uhr, Aktualisiert 03:42 Uhr

Nobelpreisträger Stiglitz kritisiert USA

Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz hat das geplante Rettungspaket der US-Regierung für die angeschlagenen Banken kritisiert. Die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat der Regierung für ihren Finanzmarkt-Rettungsplan indessen die Unterstützung der Demokraten zugesichert, aber auch Forderungen gestellt.

Ein Mann mit grauem Bart und Brille redet.
Stiglitz: «Riskante Anlagen, die private Investoren nicht haben wollen, drückt man jetzt dem Steuerzahler auf. Das ist ungeheuerlich». (reuters)

Das Rettungspaket sei «nur eine kurzfristige Lösung», sagte Stiglitz der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». «Man legt die riskanten Anlagen in die Hände der Steuerzahler,» fügte er hinzu. Kein privater Investor wolle diese Anlagen haben, «aber dem Steuerzahler drückt man sie auf. Das ist ungeheuerlich».

Nach seiner Einschätzung ist die Finanzkrise längst nicht ausgestanden: «Es gibt eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass es bald wieder eine Bank trifft», sagte der Wirtschaftsprofessor, der an der Columbia Universität in New York lehrt.

Stiglitz sieht nun mit der Krise «das Ende eines desaströsen Geschäftsmodells» sowie «das Ende der Ideologie, dass freie, deregulierte Märkte immer funktionieren». Das Finanzsystem sowie die Regierung der USA hätten ihre Glaubwürdigkeit verloren, sagte Stiglitz weiter.

Die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses forderte von der Regierung, dass im Rahmen des Rettungsplan gesichert werden müsse, dass die Regierung hinsichtlich der geplanten Massnahmen den Steuerzahlern rechenschaftspflichtig sei.

Ausserdem müsse eine strenge Aufsicht über die geplanten Aktionen der Regierung eingeführt werden. Der Kongress müsse zudem umgehend an einer Reform der Finanzmarktregulierung arbeiten, erklärte Pelosi.

Weiterhin solle ein Stimulierungspaket für die Wirtschaft geschnürt werden, das Arbeitsplätze und Wachstum schaffe, um die Bürger mit niedrigen und mittleren Einkommen vor den Folgen der Finanzmarktkrise zu schützen.

Das vom US-Finanzministerium geplante Programm zur Übernahme fauler Kredite der Banken hat ein Volumen von 700 Milliarden Dollar.

Die US-Schuldengrenze soll im Zuge des Vorhabens von 10,6 Billionen auf 11,3 Dollar erhöht werden, wie aus einem Entwurf des Rettungsplans hervorging. Das Programm muss noch vom Kongress gebilligt werden.

(sda/halp)

Kommentare aktiv...

F. Kaufmann, Emmenbrücke

Verfasst am: 22.9.2008 18:54

Geldfluss betrachten

Schweizer Banken haben ihre gekauften Pakete... mehr

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O. Name, der Sache

Verfasst am: 21.9.2008 12:22

paralellen zu swissair

es ist kaum umherzukommen paralellen zum... mehr

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K. w, Niederglatt

Verfasst am: 21.9.2008 10:58

zurück zur Normalität

ist doch eigentlich richtig, dass diejenigen... mehr

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