Schweiz
Porträt von Hans-Rudolf Merz
Der Quereinsteiger
Hans-Rudolf Merz ist vor knapp fünf Jahren in den Bundesrat gewählt worden. Dort übernahm er von seinem freisinnigen Amtsvorgänger Kaspar Villiger die Leitung des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD). Merz ist dieses Jahr Vizepräsident des Bundesrats.
Merz ist am 10. November 1942 in Herisau geboren und Bürger der aargauischen Gemeinde Beinwil am See. Er schloss das Studium der Staatswissenschaften an der Hochschule St. Gallen mit dem Doktortitel ab.
Versuche, in der Politik Fuss zu fassen, blieben nach Tätigkeiten als Sekretär der FDP des Kantons St. Gallen und als Einwohnerrat von Herisau, in den Anfängen stecken. Merz zog als Unternehmensberater in die weite Welt hinaus und wandte sich erst 1997 wieder der Politik zu.
Die Ausserrhoder Landsgemeinde wählte ihn gegen den offiziellen FDP-Kandidaten zum Nachfolger von Otto Schoch in den Ständerat. Merz hatte sich zuvor als letzter Präsident und Troubleshooter der Ausserrhoder Kantonalbank profiliert und den Verkauf des angeschlagenen Instituts an die UBS eingefädelt.
In Bern verschaffte sich der ebenso gradlinig und eloquent auftretende Wirtschaftsliberale rasch Respekt. Merz vertrat die Positionen der FDP in der Finanz-, Asyl- und Aussenpolitik in der «Arena», scheute sich aber nicht, beim Bundesengagement für Swissair und Expo von der offiziellen Parteilinie abzuweichen, und bekämpfte auch die Solidaritätsstiftung.
Im November 2002 war Merz der Wunschkandidat der FDP für die Nachfolge von Parteipräsident Gerold Bührer. Nach einer Kontroverse über Interview-Aussagen zur Apartheid und wegen Vorbehalten zu seinem Engagement in der Assekuranz stellte sich Merz aber nicht zur Verfügung.
Am 10. Dezember 2003 wurde Merz mit 127 Stimmen im zweiten Wahlgang in den Bundesrat gewählt. Das Parlament gab ihm den Vorzug vor Christine Beerli, die von der FDP-Fraktion zusammen mit Merz in einem Zweiervorschlag nominiert worden war.
Im Bundesrat hatte Merz, der zusammen mit dem gleichzeitig gewählten Christoph Blocher als Hoffnungsträger der Wirtschaft galt, keinen einfachen Start. Im Mai 2004 lehnte das Volk das Steuerpaket ab.
Profil verschaffte sich Merz unter anderem im Steuerstreit mit der EU und bei der Vorbereitung einer umfassenden Reform der Mehrwertsteuer. Die Finanzkrise und dabei vor allem die Probleme der UBS beschäftigen Merz seit über einem Jahr sehr intensiv.
Am vergangenen 13. Dezember wurde er mit 193 Stimmen zum Vizepräsidenten des Bundesrats für 2008 gewählt. Stellvertreterin von Merz als EFD-Vorsteher ist Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf.
Merz ist verheiratet und Vater dreier erwachsener Söhne. Er betreibt regelmässig Sport und gilt als stark belastbar. Seine letzte Auslandreise führte Merz am vergangenen Montag nach London.
(ap/schj)
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H. Menzi, Unterengstringen
Verfasst am: 22.9.2008 6:59
Gestresst und enttäuscht?
Es tut mir sehr leid, dass nach den Schockwellen... mehr
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