Schweiz
Erfolgreiches Rauchverbot im Tessin
Positive Aspekte überwiegen
Das im Tessin vor knapp zweieinhalb Jahren eingeführte Rauchverbot im Gastgewerbe hat sich laut einer Studie positiv auf die Gesundheit der Angestellten ausgewirkt. Es hat sich somit als wirksames Instrument zur Bekämpfung des Passivrauchens bewährt, wie das Tessiner Gesundheitsamt bekannt gab.
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Die Akzeptanz der Gäste sei grundsätzlich positiv, hielten die Behörden fest. Nicht verbessert habe sich dagegen das Verhalten der im Gastgewerbe tätigen Raucher. So seien diese nicht motiviert, mit dem Rauchen aufzuhören und würden eher mehr rauchen und ihre Arbeit dafür öfter unterbrechen.
Immerhin hat sich laut der Studie der subjektive Gesundheitszustand der Angestellten seit dem Verbot im April 2006 klar verbessert. Sie haben angegeben, weniger an Augenbrennen, Husten, Atembeschwerden und Kopfweh zu leiden. Am stärksten gesunken sei dabei das Augenbrennen mit 9,8 Prozent.
Weder für die Gastwirte und das Personal noch für die Raucher unter den Gästen habe das Rauchverbot besondere Probleme mit sich gebracht. Der Grossteil der Kunden schätze die rauchfreien Lokale.
Allerdings beklagen 23 Prozent der befragten Gastwirte negative wirtschaftliche Auswirkungen, weil sich ein Teil der Raucher nicht anpassen möge. Andererseits hätten Lokale mit so genannten Fumoirs von dem Verbot profitiert.
Dazu komme, dass elf Prozent der Befragten bereits vor der Einführung des Rauchverbots rückläufige Frequenzzahlen und Einnahmen aufgewiesen hätten. Im Schnitt sind laut Studie 23 Prozent der Gäste weggeblieben und die Zahl der Langzeitgäste hat um 6,4 bis 8,9 Prozent abgenommen.
Die Mindereinnahmen seien aber auch auf den rückläufigen Ausschank alkoholischer Getränke zurückzuführen. Nicht direkt mit dem Rauchverbot im Zusammenhang scheinen auch die Einbussen beim Verkauf von Vor- und Hauptspeisen zu stehen.
Spürbar geändert hat sich das Verhalten der Raucher und die Reaktion der Wirte auf Zuwiderhandelnde. Anfänglich wiesen 81,2 Prozent der Wirte Raucher an, sofort aufzuhören oder nach draussen zu gehen; heute tun dies 94,2 Prozent.
Zu Beginn des Rauchverbots erinnerten 14,2 Prozent der Wirte Rauchende an das Verbot, ohne jedoch zum Aufhören aufzufordern, heute lassen dies nur noch 3,8 Prozent durch. Von anfänglich 8,1 Prozent reagieren heute noch 1,9 Prozent Raucher wütend auf die Zurechtweisung, löschen aber den Glimmstengel. 71,7 Prozent tun das problemlos, 13,3 Prozent gar indem sie sich entschuldigen.
Die Erhebungen wurden je einen Monat vor der Einführung des Verbots, fünf Monate danach und zuletzt ein Jahr danach durchgeführt. In dieser Zeit ist der Anteil jener, die das Verbot begrüssen von 35,5 auf heute 44,7 Prozent angestiegen, der Anteil der «sehr Verärgerten» sank dagegen nur von 22,4 Prozent auf 21,9 Prozent. Der Anteil der «nur halbwegs Zufriedenen» sank von 42,1 Prozent auf heute 33,3 Prozent.
(ap/horm)
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