Inhalt

Start der «Urknall-Maschine»

Mittwoch, 10. September 2008, 1:18 Uhr, Aktualisiert 21:02 Uhr

Teilchenbeschleuniger in Betrieb

Nach über 20 Jahren Planungs- und Bauzeit haben die Physiker am Teilchenforschungszentrum CERN erstmals einen Protonenstrahl durch den gesamten Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) geschossen.

Videoplayer
Teilchenbeschleuniger in Betrieb genommen

Der erste Schuss erfolgte exakt um 09.33 Uhr. Bei der Inbetriebnahme durchquerte der Strahl nur 3 km der LHC-Vakuumröhre im 26,7 km langen Ringtunnel des Teilchenbeschleunigers. Felicitas Pauss, Professorin für experimentelle Teilchenphysik an der ETH Zürich, sagte gegenüber der Tagesschau, der Start des LHC sei «ein phantastischer Erfolg».

Um 10.25 Uhr schliesslich wurde ein Protonenstrahl durch den gesamten Ring geschossen. Im Kontrollraum der grössten je von Menschen geschaffenen Maschine, aber auch überall sonst im CERN , brandete grosser Applaus auf, als zwei kleine Blitze auf einem Bildschirm das Ereignis darstellten.

Vor Freude strahlend gab der Projektleiter Lyn Evans bekannt, dass der Protonenstrahl damit die gesamte 26,7 km lange Vakuumröhre des Teilchenbeschleunigers LHC erfolgreich durchquert habe. Dies ist ein wichtiger Meilenstein bei der Inbetriebnahme des grössten und stärksten Teilchenbeschleunigers der Welt.

Der eigentliche Start mit den Beginn der Experimente erfolgt in einigen Wochen. Bis dahin müssen die Forscher schauen, dass der erste Protonenstrahl stabil in der Vakuumröhre zirkuliert. Danach wird der zweite Protonenstrahl in gegenläufiger Richtung eingeschossen.

Erst dann können sie die mit beinahe Lichtgeschwindigkeit zirkulierenden Protonenpakete zur Kollision bringen. Aus diesen Zusammenstössen versprechen sie sich neue Einblicke in die Entstehung des Universums.

Bis zum Vorliegen erster Entdeckungen dürfte es bis zu zwei Jahre dauern. Bei den Kollisionen erheben die Forscher nämlich Unmengen von Daten, so dass die Auswertung viel Zeit in Anspruch nimmt.

Die offizielle Eröffnungsfeier für den «Large Hadron Collider» (LHC/Grosser Hadronen-Speicherring; Hadronen sind Masseteilchen wie Protonen) soll in Anwesenheit von viel Prominenz am 21. Oktober stattfinden.

Das Experiment hat auch Gegner auf den Plan gerufen. Der «Blick» berichtete, dass führende Physiker bereits Morddrohungen erhalten haben. Gegner des Experiments fürchten, dass der Beschleuniger kleine Schwarze Löcher erzeugen könnte, in denen nicht nur Genf, sondern später auch die gesamte Erde verschwindet. In einer nicht repräsentativen Umfrage auf tagesschau.sf.tv äusserten sich 69 % der Leser/innen besorgt über die Experimente

Die Physiker haben dies als unberechtigte Befürchtung zurückgewiesen, da Experimente wie am LHC nur nachstellen, was in der Natur ständig in weitaus grösserem Ausmass geschieht, ohne dass dies Folgen für die Erde hätte.

(sda/halp)

Kommentare aktiv...

P. hintermeister, romanshorn

Verfasst am: 13.9.2008 1:19

Uebrigens

Warum trennen Sie Mutation und Evolution? Die... mehr

Zustimmen
Ablehnen

Heiklen Inhalt melden antworten

P. hintermeister, romanshorn

Verfasst am: 13.9.2008 1:05

Ich muss mich korrigieren

@ M. Eberling Sie haben natürlich Recht, die... mehr

Zustimmen
Ablehnen

Heiklen Inhalt melden antworten

M. Eberling, Locarno Monti

Verfasst am: 12.9.2008 16:53

"Es gibt 2 Dinge ....

Soviel ich weiss, war das unser guter alter... mehr

Zustimmen
Ablehnen

Heiklen Inhalt melden antworten

Dieser Artikel wurde archiviert. Die Kommentarmöglichkeit wurde deshalb deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Interesse.