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Börsen-Euphorie nach US-Rettungsaktion

Montag, 8. September 2008, 20:53 Uhr

UBS führt Gewinner-Liste der Schweizer Börse an

Die Verstaatlichung der beiden angeschlagenen US-Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac hat den Börsen rund um den Globus neues Leben eingehaucht. Gekauft wurden vor allem Aktien von Banken und Versicherern.

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UBS führt Gewinner-Liste an

In Zürich startete der Swiss Market Index (SMI) mit einem Gewinn von 2,9 Prozent in die neue Woche. Der breitere Swiss Performance Index legte um 2,7 Prozent zu.

Die grössten Gewinne unter den SMI-Werten verzeichnete die UBS. Die Aktien der von der US-Finanzkrise arg getroffenen Bank stiegen um 8,3 Prozent, jene der Konkurrentin Credit Suisse gewannen um 8,1 Prozent.

Auch die Versicherer standen hoch in der Gunst der Anleger. Die Aktien der Swiss Re verteuerten sich 6,5 Prozent, Zurich stiegen um 4,3 Prozent. Beide Gesellschaften haben für rund 10 Mrd. Dollar Anleihen von Fannie Mae und Freddie Mac in ihren Büchern.

In Frankfurt schoss der Deutsche Aktienindex DAX um 2,2 Prozent in die Höhe. Grösster DAX-Gewinner waren die Aktien der Deutschen Bank mit einem Kurssprung von 6 Prozent.

Die Börse in Tokio verbuchte ihren höchsten Tagesgewinn seit fünf Monaten: Der Nikkei Index legte 3,4 Prozent zu. Der breiter gefasste Topix gewann 3,9 Prozent.

Die Aktien der grössten japanischen Bank Mitsubishi UFJ Financial Group schossen um 13 Prozent in die Höhe, jene des Konkurrenten Sumitomo Mitsui Financial Group gar um 15 Prozent.

Die Verstaatlichung von Fannie Mae und Freddie Mac komme dem weltweiten Finanzsystem zugute, sagten Analysten. Ein Zusammenbruch der beiden Gesellschaften hätte einen Domino-Effekt zur Folge gehabt, mit nicht absehbaren Folgen.

Viele Börsianer blieben aber skeptisch. Der Eingriff der US-Regierung zeige, wie schlecht es um die grösste Volkswirtschaft der Welt bestellt sei. «Die Krise ist noch lange nicht vorüber», sagte ein Händler.

An der Wall Street blieben die Anleger denn auch nervös. Der Dow-Jones-Index notierte zum Handelsschluss in Europa lediglich 1,6 Prozent höher.

Spekulationen über weitere Abschreibungen drückten den Kurs von Lehman um über 10 Prozent. Washington Mutual fielen um 14,7 Prozent. Die grösste US-Sparkasse, die wegen der Finanzkrise ebenfalls ins Schlingern geraten ist, tauschte ihren Chef aus.

In London hatten die Anleger mit der Technik zu kämpfen. Am späten Vormittag fiel das Handelssystem aus und bescherte der Londoner Börse (LSE) den schlimmsten Systemkollaps seit acht Jahren.

«Der Unterbruch hat die LSE in eine peinliche Lage gebracht - vor allem an einem solchen Tag», sagte ein Händler. «Das hat ihrem Ruf als führende Börse geschadet.»

(sda/widb)

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