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International

Flüchtlingswelle an den Küsten Südeuropas

Donnerstag, 31. Juli 2008, 15:48 Uhr, Aktualisiert 20:24 Uhr

800 Flüchtlinge in Lampedusa

Italien, Malta und Griechenland sind mit einer beispiellosen Flüchtlingswelle konfrontiert. 800 Bootsflüchtlinge erreichten allein am Donnerstag die Insel Lampedusa. Vor der Küste Maltas starben beim Untergang eines Bootes drei Frauen.

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Flüchtlingsstrom in Italien

Das Flüchtlingsboot war auf offenem Meer rund 80 Seemeilen vor der Küste gekentert. Eine schwangere Migrantin wurde noch lebend von der Küstenwache aus dem Wasser geholt, konnte jedoch nicht gerettet werden, wie italienische Medien berichteten.

Ein Frachtschiff, dass sich in der Nähe des Unglücks befand, hatte einige Migranten gesichtet, die sich verzweifelt am umgekippten Boot festhielten. 25 Personen konnten gerettet werden. Nach eigenen Angaben stammen sie aus Somalia und Nigeria.

Auf Malta sind in den vergangenen Wochen Hunderte von Migranten gestrandet. Allein in der Nacht auf Donnerstag erreichten rund 100 Flüchtlinge die Insel. Die Küstenwache Maltas sichtete weitere zwei Boote mit rund 50 Migranten an Bord.

Noch schlimmer ist die Lage auf der süditalienischen Insel Lampedusa. Innerhalb weniger Stunden erreichten fast 800 Flüchtlinge auf sechs Booten die Küsten der Insel. Das grösste der Boote war laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa mit 339 Immigranten besetzt gewesen, darunter 47 Frauen und vier Kinder.

Das Auffanglager auf Lampedusa steht kurz vor dem Zusammenbruch, nachdem bereits am Mittwoch 400 Flüchtlinge auf der Insel gelandet waren und sich 700 Migranten in dem Lager befanden. Sie sollen bald nach Sizilien geflogen werden.

Der Bürgermeister Lampedusas, Bernardino De Rubeis, schlug Alarm und bat um ein sofortiges Treffen mit Innenminister Roberto Maroni. De Rubeis sorgt sich insbesondere um den Tourismus, eine der Haupteinnahmequellen der Insel.

Italien ist derzeit mit einem Flüchtlingsstrom von noch nie dagewesenem Ausmass konfrontiert. Am Dienstag waren beim Untergang eines Bootes mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Am Samstag waren zwei nigerianische Kinder ertrunken.

Wegen des massiven Zustroms hatte die Regierung von Silvio Berlusconi am vergangenen Freitag den Notstand ausgerufen. Dies soll der Regierung ermöglichen, Sondermassnahmen gegen die illegale Einwanderung zu ergreifen.

Gleichzeitig erhalten die lokalen Behörden mehr Mittel, um den Ansturm von Bootsflüchtlingen zu bewältigen. Innenminister Roberto Maroni will in allen Landesteilen neue Aufnahmezentren errichten lassen.

Neben Italien und Malta ist auch Griechenland Ziel unzähliger Flüchtlinge. Diese Woche teilte die Hilfsorganisation «Ärzte ohne Grenzen» mit. Die meisten Aufnahmelager der Inseln der Ostägäis seien restlos überfüllt. Die Lage sei miserabel.

Die griechische Küstenwache hat seit Anfang Juli allein im Gebiet der Insel Lesbos 1558 Zuwanderer aufgegriffen, die alle über die Türkei nach Griechenland kamen.

(sda/hesa)

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