International
China hält Olympia-Aktivist in Haft
Untersuchungshaft statt Haftentlassung
China rüstet sich für die Olympiade und will negative Stimmen zum Schweigen bringen: Trotz Ablauf seiner vierjährigen Haftzeit kommt ein inhaftierter Olympia-Aktivist nicht frei. Behörden werfen ihm vor, die öffentliche Ruhe stören zu wollen.
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Ye hatte sich gegen Zwangsräumungen für olympische Projekte in Peking aufgelehnt. Mit der neuerlichen Inhaftierung soll nach Darstellung von Amnesty International verhindert werden, dass Ye Guozhu vor oder während der Olympischen Spiele über die Zwangsräumungen spricht. Möglicherweise komme der Aktivist nicht vor Oktober frei.
Auch die in den USA ansässige Organisation Human Rights in China (HRiC) protestierte gegen die «willkürliche Inhaftierung», die verdeutliche, «zu welchen extremen Massnahmen die chinesischen Behörden greifen, um während der Spiele die soziale Kontrolle zu sichern», wie die Direktorin von HRiC sagte.
«Es sollte ein Weckruf für die internationale Gemeinschaft sein, den Preis anzusprechen, den die Menschen für die laufende olympische Abriegelung durch die Behörden zahlen müssen», sagte die Direktorin. Ye Guozhu werde jetzt im Pekinger Untersuchungsgefängnis Xuanwu festgehalten.
«Mein Bruder hat die vergangenen vier Jahre in Haft verbracht und war sicherlich nicht draussen in der Öffentlichkeit - wie kann er dann die öffentliche Ordnung gestört haben», fragte sein Bruder nach Angaben der Organisation Chinese Human Rights Defenders (CHRD).
Ye Guozhu hatte sich mit seiner Familie gegen den Abriss ihres Hauses und Restaurants für olympische Bauarbeiten gewehrt. Im September 2004 hatte er eine Demonstration beantragt, wurde aber sofort festgenommen und im Dezember 2004 «wegen Störung der gesellschaftlichen Ordnung» verurteilt.
(sda/sprm)
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