International
Amnesty International zieht «düstere Bilanz»
Menschenrechtslage offenbar weiter verschlechtert
Zehn Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking hat Amnesty International (AI) eine «düstere Bilanz» zur Menschenrechtslage in China gezogen. Die «stille Diplomatie» des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) habe versagt.
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Das IOC müsse sich öffentlich für die Einhaltung der Menschenrechte und die Freilassung der Aktivisten einsetzen, die wegen ihrer Kritik ins Gefängnis gesteckt worden seien, fordert AI in einer Medienmitteilung zu ihrem veröffentlichten Bericht «The Olympics Countdown - Broken Promises».
IOC-Präsident Jacques Rogge hatte vor fast zwei Wochen die «stille Diplomatie» des IOC gelobt. Sie habe zu besseren Gesetzen in den Bereichen Kinderarbeit, Pressefreiheit und Umwelt geführt. Mit einer Zurechtweisung Chinas hätte das IOC weniger erreicht, sagte Rogge.
Der Bericht von AI zeichne ein anderes Bild, heisst es in der Mitteilung: Die Pressefreiheit sei weiterhin stark eingeschränkt. Die jüngsten Verhaftungen, Misshandlungen und Hinrichtungen zeigten deutlich, dass die chinesische Regierung ihre Versprechen nicht eingelöst habe und die Grundprinzipien der Olympischen Charta weiterhin missachte.
Die Menschenrechtslage in China hat sich laut AI-Bericht sogar verschlechtert: «In fast allen untersuchten Bereichen ist eine Verschärfung festzustellen», heisst es in der Mitteilung. Während der Vorbereitung der Spiele hätten die Behörden viele Menschenrechtsverteidiger mundtot gemacht oder verschwinden lassen.
Kritisiert wird auch die Dachorganisation der Schweizer Sportverbände Swiss Olympic. Die Schweizer AI-Sektion hätte sich von Gesprächen mit Swiss-Olympic-Vertretern mehr erhofft.
«Wir hätten gerne mit der Unterstützung von Swiss Olympic die Schweizer Delegation über die Menschenrechtslage in China informiert», erklärte Mediensprecher Daniel Graf. Dies sei aber in der Schweiz im Gegensatz zu anderen Ländern nicht möglich gewesen.
(sda/sidd)
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