Inhalt

International

Flüchtlingsstrom nach Italien bricht nicht ab

Samstag, 26. Juli 2008, 22:17 Uhr, Aktualisiert 27.07.2008, 14:25 Uhr

Landesweiter Notstand ausgerufen

In einer erneuten Flüchtlingswelle sind innerhalb weniger Stunden nahezu 400 illegale Einwanderer in Süditalien angekommen, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Wegen der massiven Immigrantenströme hatte die italienische Regierung bereits am Freitag den Notstand ausgerufen.

Videoplayer
Flüchtlingswelle in Italien

Ein Nigerianer berichtete nach der Ankunft auf Sizilien, bei der Überfahrt von Libyen aus seien seine zwei und vier Jahre alten Kinder an den Folgen von Entkräftung gestorben. Sie hätten die Leichen ins Mittelmeer werfen müssen.

Nach italienischen Medienberichten kamen in der jüngsten Flüchtlingswelle auf Sardinien etwa 150 Immigranten überwiegend aus Marokko und Algerien an und auf der Insel Lampedusa knapp 230. Sie werden auf Aufnahmelager verteilt.

Die italienische Regierung von Silvio Berlusconi rief angesichts der starken Zunahme illegaler Einwanderer im Süden des Landes bereits am Freitag einen nationalen Notstand aus. Dieser Schritt soll den lokalen Behörden mehr Mittel an die Hand geben, den erheblichen Andrang von Bootsflüchtlingen zu bewältigen.

Innenminister Roberto Maroni wolle in allen Landesteilen neue Aufnahmezentren errichten lassen, berichtete die römische Tageszeitung «La Repubblica». Nach Angaben des Ministeriums kamen im ersten Halbjahr 2008 über 10'600 Bootsflüchtlinge an - doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damals waren es 5378.

Die Initiative der Regierung löste Entrüstung bei der Opposition aus. Die Demokratische Partei beschuldigte die Regierung von Silvio Berlusconi, Flüchtlinge zu kriminalisieren, die oft vor Kriegen in ihrer Heimat fliehen würden.

(sda/ap/stom)

Kommentare aktiv...
Dieser Artikel wurde archiviert. Die Kommentarmöglichkeit wurde deshalb deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Interesse.