International
Flüchtlingsstrom nach Italien bricht nicht ab
Landesweiter Notstand ausgerufen
In einer erneuten Flüchtlingswelle sind innerhalb weniger Stunden nahezu 400 illegale Einwanderer in Süditalien angekommen, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Wegen der massiven Immigrantenströme hatte die italienische Regierung bereits am Freitag den Notstand ausgerufen.
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Ein Nigerianer berichtete nach der Ankunft auf Sizilien, bei der Überfahrt von Libyen aus seien seine zwei und vier Jahre alten Kinder an den Folgen von Entkräftung gestorben. Sie hätten die Leichen ins Mittelmeer werfen müssen.
Nach italienischen Medienberichten kamen in der jüngsten Flüchtlingswelle auf Sardinien etwa 150 Immigranten überwiegend aus Marokko und Algerien an und auf der Insel Lampedusa knapp 230. Sie werden auf Aufnahmelager verteilt.
Die italienische Regierung von Silvio Berlusconi rief angesichts der starken Zunahme illegaler Einwanderer im Süden des Landes bereits am Freitag einen nationalen Notstand aus. Dieser Schritt soll den lokalen Behörden mehr Mittel an die Hand geben, den erheblichen Andrang von Bootsflüchtlingen zu bewältigen.
Innenminister Roberto Maroni wolle in allen Landesteilen neue Aufnahmezentren errichten lassen, berichtete die römische Tageszeitung «La Repubblica». Nach Angaben des Ministeriums kamen im ersten Halbjahr 2008 über 10'600 Bootsflüchtlinge an - doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Damals waren es 5378.
Die Initiative der Regierung löste Entrüstung bei der Opposition aus. Die Demokratische Partei beschuldigte die Regierung von Silvio Berlusconi, Flüchtlinge zu kriminalisieren, die oft vor Kriegen in ihrer Heimat fliehen würden.
(sda/ap/stom)
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