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Sohn Gaddafis im Visier der Genfer Justiz

Donnerstag, 17. Juli 2008, 13:31 Uhr, Aktualisiert 21:11 Uhr

Verdacht der Körperverletzung, Drohung und Nötigung

Bilal Gaddafi, genannt Hannibal, der jüngste Sohn des libyschen Staatschefs Muammar el Gaddafi, und seine hochschwangere Ehefrau sind in Genf wegen einfacher Körperverletzung, Drohung sowie Nötigung gegenüber zwei ihrer Hausangestellten angeschuldigt. Das Paar bestreitet die Vorwürfe.

Blick in ein Gefängnis.
Hannibal schläft seit zwei Nächten hinter Gittern. (colourbox.com/symbolbild)

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Gaddafi und seine Ehefrau haben zwei Nächte im Genfer Untersuchungsgefängnis Palais de Justice verbracht, sagte Gaddafis Anwalt Robert Assaël. Er bestätigte einen entsprechenden Bericht des Westschweizer Radios vom Mittwoch. Das Ehepaar wurde am Donnerstag gegen eine Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen.

Laut ihrem zweiten Anwalt Paul Gully-Hart wurde für Bilal Gaddafi 200'000 Franken und für seine Ehefrau 300'000 Franken deponiert. 100'000 Franken mehr für die Ehefrau weil die Vorwürfe gegen diese schwerer wiegen.

Laut Assaël hat eines der beiden Opfer inzwischen ein Asylgesuch eingereicht. Die Anzeige, welche dieser am Montagmorgen nach einer ärztlichen Untersuchung eingereicht habe, sei nur «ein Ränkespiel zur Erlangung von Asyl».

Dies sind «unverschämte Worte», sagte Anne-Marie von Arx-Vernon, welche in diesem Fall von «moderner Sklaverei» spricht. Die Genfer CVP-Grossrätin und Mitglied einer Vereinigung zur Bekämpfung von Menschenhandel hat die beiden Hausangestellten getroffen.

«Gaddafi wird jemanden finden, der uns tötet» sei das erste gewesen, was die beiden Opfer beim Treffen zu ihr gesagt hätten.

Die Tunesierin und der Marokkaner, wiesen Verletzungen auf, welche sie mit einem Arztzeugnis belegen können, sagte Assaël. Das Ehepaar Gaddafi habe im der Einvernahme jedoch bestritten, diese verursacht zu haben.

Angestellte des Genfer 5-Sterne-Hotels «Président Wilson» hätten die Misshandlungen der beiden Hausangestellten der Polizei gemeldet, sagte François Membrez, Anwalt der beiden Opfer. Sie hätten sich über das Verhalten Hannibals und dessen Frau empört.

Das erste Opfer, eine Tunesierin, welche seit einem Monat beim Ehepaar Gaddafi angestellt ist, sei übersät mit blauen Flecken, sagte Membrez weiter. Beim zweiten Opfer handelt es sich um einen Marokkaner, der schon seit fünf Jahren im Dienst der Gaddafis steht. Er weist laut Membrez ältere Spuren von Schlägen auf, welche er wahrscheinlich in Libyen erhalten habe.

Neben dem Ehepaar wurden auch zwei von Hannibals Leibwächtern abgeführt. Ihnen wird vorgeworfen, sich behördlichen Anweisungen widersetzt zu haben.

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) kommentierte die Geschichte unter Verweis auf die Gewaltenteilung nicht.

Das Aussenministerium werde von den Genfer Strafverfolgungsbehörden auf dem Laufenden gehalten, erklärte ein EDA-Sprecher. Auf diplomatischer Ebene habe die Schweiz gegenüber den libyschen Behörden die gewünschten Erklärungen zum Schweizer Recht abgegeben.

Hannibal Gaddafi hatte bereits 2005 Schlagzeilen gemacht, als er in Paris wegen mutmasslicher Misshandlung seiner Begleiterin in zwei Luxushotels festgenommen wurde. Zweifelhaften Ruhm erlang er zudem, indem er mit 140 Stundenkilometern die Pariser Champs Elysées entlang raste.

(sda/godc)

Kommentare aktiv...

M. hurni, Bern

Verfasst am: 18.7.2008 11:05

Gaddafi,

ohne jeden Zweifel, wird Gaddafi jene töten... mehr

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