Schweiz
Roboter statt Arbeiter in Bonfol
Worst-Case-Szenario für Abfall-Entsorgung
Auch im jurassischen Bonfol muss eine Sondermülldeponie saniert werden. Das Sicherheitskonzept unterscheidet sich jedoch wesentlich von jenem in Kölliken. Die Basler Chemie will ihre Arbeiter keinem Risiko aussetzen. Roboter sollen die gefährliche Arbeit verrichten.
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Zwischen 1961 und 1976 wurden in Bonfol insgesamt 114'000 Tonnen Sondermüll abgelagert - nun muss die Deponie saniert werden. Verläuft alles planmässig, kann die Basler Chemie im März 2010 mit der Sanierung beginnen.
Die vergrabenen Abfälle der Basler Chemie sind gefährlich. Deshalb gehen die Verantwortlichen laut eigenen Angaben von einem Worst-Case-Szenario aus. Dies berichtet «Schweiz aktuell» in der heutigen Sendung.
Michael Fischer, Geschäftsführer der Deponie, erklärt gegenüber «Schweiz aktuell», dass in Bonfol ein Rollkran zum Einsatz kommt, damit während der Ausgrabungen keine Menschen in der Halle arbeiten müssen. Zusätzlich sei eine dreimonatige Pilotphase geplant, in welcher anfänglich nur einige Tonnen Sondermüll ausgegraben werden. So könne man bei Zwischenfällen das Sicherheitskonzept anpassen.
Die Verantwortlichen hätten das Risiko genau abgeschätzt, bei Problemen würden die geplanten Massnahmen sofort umgesetzt. So kämen bei einem allfälligen Brand Löschkanonen zum Einsatz.
Im aargauischen Kölliken werden seit Anfang Jahr rund 500'000 Tonnen Sondermüll entsorgt. Doch die Arbeit steht nach drei Bränden still, bis man weiss, wie man die Arbeiter besser vor unerwarteten Bränden schützen kann.
Der Geschäftsführer der Sondermülldeponie Kölliken, Jean Louis Tardent, bestreitet, dass die Gefahr von Bränden falsch eingeschätzt worden sei. In Kölliken sei der Einsatz von Robotern zudem schwierig zu realisieren: «Unsere Deponie ist völlig anders aufgebaut als jene in Bonfol. Bei uns wurde der Abfall schichtweise eingelagert, in Bonfol hat man die Fässer bewusst geöffnet und in die Grube gekippt.»
Da der Abfall nun auch wieder schichtweise abgebaut wird, sei die Arbeit mit Robotern kaum zu bewältigen. Eruiert wird nun in Kölliken, ob das Dach gegen weitere Brände mit zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen ausgerüstet werden muss. Bis jetzt hält es einem Brand bis zu einer Dauer von 60 Minuten stand.
(sf/from)
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