Inhalt

Polizei duldet Hardturm-Aktivisten

Samstag, 5. Juli 2008, 15:55 Uhr, Aktualisiert 06.07.2008, 15:44 Uhr

Friedliches Fest im Alternativ-Dörflein

Die Aktivisten, die seit Freitag im Zürcher Hardturm-Stadion hausen, dürfen bis Sonntagabend bleiben, wenn sie sich gut benehmen. Nach Rücksprache mit den Eigentümern hat die Stadtpolizei beschlossen, das Treiben zu dulden.

Videoplayer
Besetztes Stadion

Im einstigen Stadion der Grasshoppers herrschte am Samstagabend eine friedliche Pfadilager-Stimmung. Tausende Leute säumen den Platz und die Tribünen. Am Samstagnachmittag wurden ein Ben-Hur-Wagenrennen mit selbst zusammengebauten abenteuerlichen Wagen und andere Aktionen geboten, wie eine Delegation gegenüber den Medien sagte.

Mit der Wochenend-Aktion «Brot & Äktschen» wollten die Linksaktivisten einen Kontrapunkt setzen gegen die verkommerzialisierte EURO 08 mit ihren ausgeklügelten Sicherheits- und Kontrollvorkehrungen, erklärten drei Sprecher des Camps.

Sie wollten zeigen, dass es möglich sei, einen grossen Anlass zu veranstalten ohne besonderen Sicherheitsaufwand, Sponsoring, Vorschriften und Kommerz.

Am Freitagabend waren einige hundert Linksaktivisten ins Stadion eingedrungen. Die Stadtpolizei wollte sie mit Gummischrot und Tränengas davon abhalten und nahm vorübergehend zwei Personen fest. Die Aktivisten kritisierten den Polizeieinsatz am Samstag als völlig überrissen.

Nach Rücksprache mit den Stadioneigentümern zog sich die Polizei später zurück und liess die Aktivisten vorderhand gewähren. In der Nacht auf Samstag feierten diese zusammen mit Anwohnern, die das Camp besuchten.

Ausser rund einem Dutzend Lärmklagen während der Nacht gab es keine Zwischenfälle, wie die Polizei mitteilte. Da auch die Stadion-Eigentümer keinen Strafantrag stellten, entschied das Kommando der Stadtpolizei, die Aktion auf Zusehen hin zu dulden. Abgemacht ist, dass die Aktivisten bis Sonntag 18 Uhr wieder abziehen.

Im Gegenzug erwarte man friedliches und für die Anwohnerschaft erträgliches Verhalten, namentlich was die Lautstärke von Musik und anderen Darbietungen angehe. In einem Communiqué forderte die SVP die sofortige Räumung des Camps.

Den festgelegten Termin wolle man einhalten, versicherten die Sprecher der Aktivisten ihrerseits. Sie hofften aber, dass auch künftig nicht-kommerzielle Aktionen im ausgedienten Stadion stattfinden könnten, und dieses nicht einfach vor sich hin gammle.

Das Hardturm-Stadion steht seit September 2007 leer. Um einen Neubau ist seit Jahren ein juristisches Gezerre im Gange. Namentlich der zu erwartende Schattenwurf des geplanten Bauwerks auf eine Wohnsiedlung in der Nähe sorgt in der Anwohnerschaft für Widerstand.

(sda/widb)

Kommentare aktiv...

I. Gnito, Mümliswil

Verfasst am: 6.7.2008 11:44

links Autonome wie UEFA?

Das die links Autonomen seien, wie die UEFA finde... mehr

Zustimmen
Ablehnen

Heiklen Inhalt melden antworten

P. hintermeister, romanshorn

Verfasst am: 5.7.2008 22:01

SF-Journalisten..

sind halt manchmal anderer Meinung oder falsch... mehr

Zustimmen
Ablehnen

Heiklen Inhalt melden antworten

M. Stadler, Brunnen

Verfasst am: 5.7.2008 20:18

Kommentar der SF-Journalistin

Der Kommentar am Schluss des TV-Beitrages ist ja... mehr

Zustimmen
Ablehnen

Heiklen Inhalt melden antworten

Dieser Artikel wurde archiviert. Die Kommentarmöglichkeit wurde deshalb deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Interesse.