Wirtschaft
Holcim reagiert gelassen
Tochtergesellschaft wird verstaatlicht
Der Schweizer Zementriese Holcim reagiert gelassen auf die am Vortag bekannt gegebene Verstaatlichung ihrer Tochtergesellschaft in Venezuela. Ein bilaterales Abkommen zwischen der Schweiz und Venezuela über den Schutz von Direktinvestitionen biete der Holcim eine gewisse Sicherheit.
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Damit erklärt Konzernsprecher Roland Walker die gelassene Reaktion auf die Neuigkeiten aus Venezuela. Es bestehe nun ein Zeitfenster von 60 Tagen, während denen über die Mehrheitsbeteiligung des Staats Venezuela verhandelt werde, sagte Walker. Komme keine Einigung zu Stande, trete die volle Verstaatlichung ein.
Die Holcim (Venezuela) CA betreibt zwei Zementwerke mit einer Jahreskapazität von 2,4 Millionen Tonnen und beschäftigt mehr als 500 Personen.
Venezuela hat das Dekret zur Verstaatlichung von drei ausländisch beherrschten Zementherstellern, wie berichtet, am Donnerstag in Caracas veröffentlicht. Betroffen sind die dortigen Tochtergesellschaften des Schweizer Holcim-, des französischen Lafarge- und des mexikanischen Cemex-Konzerns.
Gemäss Dekret will der Staat Venezuela Mehrheitsbeteiligungen von jeweils mindestens 60 Prozent erwerben. Venezuelas Präsident Hugo Chavez versicherte an einer Veranstaltung mit dem künftigen Präsidenten Paraguays, Fernando Lugo, die bisherigen Investoren würden entschädigt. Aus Regierungskreisen verlautete, die bisherigen Besitzer der Zementwerke könnten weiterhin Minderheitsbeteiligungen halten. Chavez hatte die Verstaatlichungspläne im vergangenen April angekündigt.
Chavez ordnete auch die Verstaatlichung der grössten Stahlproduzenten des Landes an. Letztes Jahr hatte Venezuela bereits ausländisch beherrschte Telekommunikations-, Strom- und Ölunternehmungen mehrheitlich übernommen.
(ap/sprm)
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