Schweiz
«Stunde der Trauer, Tränen und Stille»
Trauergottesdienst für Opfer des Militärunfalls
Angehörige, Kameraden, Vertreter von Armee und Einsatzkräften sowie Bundesrat Samuel Schmid haben in der Thuner Stadtkirche der Toten und Vermissten des Bootsunglücks auf der Kander gedacht. Schmid erwartet eine rasche Aufklärung.
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In der vollbesetzten Stadtkirche wurden für die vier Todesopfer und den einen noch immer Vermissten fünf Kerzen entzündet. Militärminister Samuel Schmid sprach den Angehörigen und Kameraden sein Beileid aus.
Es bestehe die Vermutung, dass bei dem Unfall Fehler begangen worden seien, «doch sicher wissen wir das noch nicht», sagte Schmid. Er verstehe die Ohnmacht und Wut angesichts des unfassbaren Unglücks und der offenen Fragen. Er erwarte eine rasche Aufklärung, sagte Schmid. Die Armee habe bereits erste Massnahmen eingeleitet.
«Doch jetzt ist nicht die Stunde der Kritik und Vorverurteilung», sagte der VBS-Vorsteher Schmid. «Wir sind nicht die höchsten Richter. Unserem höchsten Richter begegnen wir nicht auf dieser Welt.» Heute sei vor allem die «Stunde der Trauer, der Tränen und der Stille».
Die Armee werde ihre Verantwortung gegenüber den Angehörigen wahrnehmen, betonte Armeechef Roland Nef. Den Betroffenen werde auch künftig eine persönliche Ansprechperson zur Verfügung stehen. Seine Gedanken seien heute aber auch bei den Verletzten und allen Angehörigen der Kompanie, sagte Nef.
«Ob wir leben oder sterben, wir gehören dem Herrn», zitierte der Armeechef den Apostel Paulus. «Unser Leben ist immer in der Hand Gottes geborgen, ganz besonders dann, wenn wir aus dem irdischen Leben hinaustreten.»
Am Donnerstag waren auf der Kander zwei Militärschlauchboote mit zehn Mann Besatzung gekentert. Vier Männer kamen ums Leben. Einer wird noch vermisst; für ihn gibt es keine Überlebenschancen mehr. Fünf weitere Armeeangehörige wurden verletzt, darunter der Kommandant der Kompanie.
(sda/kooe)
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