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International

Über 150 Flüchtlinge ertrunken

Dienstag, 17. Juni 2008, 2:11 Uhr, Aktualisiert 07:47 Uhr

Neue Schiffstragödien im Mittelmeer

Bei Flüchtlingsdramen im Mittelmeer sind weit über 150 Menschen ertrunken, unter ihnen mehrere Kinder. Ein mit rund 150 Flüchtlingen überfülltes Schiff war vor knapp 10 Tagen auf seinem Weg nach Italien vor der Küste Libyens gekentert. Lediglich ein Ägypter und ein Bangladescher hätten das Unglück erlebt, sagte der ägyptische Konsul in der Hafenstadt Tripoli, Adham Hilal.

Ein kleines Schiff auf hoher See, auf dem Menschen zusammengepfercht sitzen.
Ein total überfülltes Flüchtlingsschiff wurde für über 150 Menschen zum eisernen Grab. (reuters)

Nach Darstellung der Überlebenden sei das überladene Boot am 7. Juni ausgelaufen und schon eine Stunde später nach einem Motorschaden gekentert.

Die Flüchtlinge stammten überwiegend aus Ägypten und anderen afrikanischen Staaten, aber auch aus Bangladesch und Pakistan. Einige der Leichen seien inzwischen geborgen und in Libyen begraben worden.

Weiteres Unglück vor Malta

Bei einer weiteren Flüchtlingstragödie starben vor der Küste Maltas wahrscheinlich mindestens sechs Menschen, unter ihnen mehrere Kinder. Wie die italienische Zeitung «Corriere della Sera» berichtet, sei das Schiff mit den Flüchtlingen aus Somalia bei schwerem Seegang gegen einen riesigen Thunfischkäfig im Wasser geprallt und auseinandergebrochen.

28 Somalier konnten sich retten. Von sechs ihrer Mitreisenden fehlte hingegen jede Spur. Da vor allem die Kinder der Gruppe nicht schwimmen konnten, seien sie wahrscheinlich in den hohen Wellen ertrunken, hiess es.

An Käfige geklammert

Die Überlebenden konnten sich an den Rand der Käfige klammern, die zur Aufzucht der Fische benutzt werden. Sie wurden von einem italienischen Fischerboot aufgenommen und anschliessend von der maltesischen Küstenwacht an Land gebracht. Das Unglück ereignete sich rund 100 Kilometer südlich der Mittelmeerinsel.

Am Montagmorgen landete nach Medienberichten ein weiteres Flüchtlingsboot mit 27 Insassen auf Malta.

Zehntausende auf gefährlicher Fahrt

Auch auf der süditalienischen Insel Lampedusa sind die Aufnahmezentren seit dem Wochenende völlig überfüllt. Allein am Sonntag seien mehr als 400 Einwanderer in zahlreichen Booten an den Küsten des Eilands gelandet.

Jedes Jahr treten Zehntausende Menschen von Nordafrika aus die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer in Richtung Italien oder Malta an.

(sda/halp)

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