Schweiz
Sprecherin kennt Kommandanten persönlich
«10vor10»: Brisante Verflechtungen
Die Sprecherin der Militärjustiz, Silvia Schenker, ist persönlich mit dem Kompaniekommandanten bekannt, der die tödliche Schlauchbootfahrt auf der Kander organisiert hat. Die Sendung «10vor10» deckte «brisante Verflechtungen» in der Militärjustiz auf, und sammelte Stimmen zum weiteren Verfahren.
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Schenker ist laut einer Mitteilung der Militärjustiz ebenso wie der Kompaniekommandant Mitglied des Stiftungsrats der Winkelriedstiftung des Kantons Zürich.
Die Sprecherin vertrete die Haltung der Militärjustiz und kommuniziere die Erkenntnisse der Untersuchung unabhängig von ihrer persönlichen Haltung, heisst es in der Mitteilung weiter.
Sie sei weder an den Untersuchungen noch sonst in einer anderen Weise am Verfahren betreffend das Bootsunglück beteiligt.
Die Militärjustiz hatte am vergangenen Samstag eine Voruntersuchung wegen Verdachts auf mehrfache fahrlässige Tötung sowie auf mehrfache fahrlässige Körperverletzung gegen den Kommandanten eingeleitet.
Für Josef Lang, Nationalrat der Grünen Partei (ZG) ist das Problem nicht, «ob Unlauterkeiten zu befürchten seien». Er wolle «keiner Person etwas unterstellen», wie er gegenüber «10vor10» betonte. Das Problem sei aber, dass «nach so einer Tragödie» nicht der «kleinste Zweifel an der Unabhängigkeit der Behörden», die den Fall untersuchen, bestehen dürfe.
Auch Peter Malama, Nationalrat der FDP (BS) betonte in der Sendung, dass «auch in der Militärjustiz jederzeit die Unabhängigkeit gewährleistet sein müsse - vor Gericht und vor den Untersuchungsorganen». Er sei aber «zuversichtlich und überzeugt, dass da Voraussetzungen geschaffen werden, dass keine Verflechtungen nachweisbar sind».
Klare Worte fand der Oberauditor der Armee, Dieter Weber, gegenüber «10vor10». Frau Schenker sei zwar Sprecherin der Militärjustiz. Die Untersuchung werde jedoch vom vom Untersuchungsrichter geführt. Weber weiter: «Und da hat Frau Schenker keinen Einfluss auf die Untersuchungsorgane, in keiner Art und Weise. Die Unabhängigkeit vom Untersuchungsrichter und von den Untersuchungsorganen ist jederzeit absolut gewährleistet.»
Silvia Schenker erklärte schliesslich gegenüber «10vor10»: «Wir versuchen alles um die Untersuchung rasch möglichst fortzuführen.»
(ap/sper/halp)
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