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Der Schwedenzug startete bei der Schwarzmander-Kirche quer durch die Stadt, um lauthals «Sverige» zu skandieren. Bei der Grassmayr-Kreuzung nahm ein Teil dann Kurs auf den Bergisel, wo eine Public Viewing Zone eingerichtet ist. Wer Tickets für das eigentliche Spiel hatte oder im letzten Augenblick ergattern konnte, der pilgerte weiter in Richtung Stadion.
Am späten Abend wurden 65'000 Feiernde im Zentrum von Innsbruck gemeldet und dennoch keine ernsthaften Zwischenfälle. Die Public Viewing-Zonen waren vorübergehend komplett ausgelastet und mussten gesperrt werden.
Das Feiern in der Innenstadt verlief völlig ruhig. Von der Einsatzzentrale des Roten Kreuzes wurden keine besonderen Vorkommnisse gemeldet.
Inoffizielle Fanmeile in Salzburg
Auch die Griechen haben den Alten Markt im Zentrum der Salzburger Altstadt zu ihrer inoffiziellen Fanmeile erklärt.
Schon am späteren Samstagvormittag schmückte ein blau-weisses Transparent mit der Aufschrift «Hellas Fan Club» den zentralen Brunnen am Alten Markt. Davor stimmten sich viele Griechen mit Schlachtgesängen und «Ole, Ole, Ole»-Chören auf das abendliche Match gegen Russland ein.
Auch vom Balkon des Salzburger Traditionscafés Tomaselli hingen die Plakate der griechischen Fussballanhänger: «Hellas go ahead», hiess es auf einem Transparent. Im Gastgarten und auf der Terrasse des Kaffeehauses dominierte am Samstag die Fans in den griechischen Nationalfarben Blau und Weiss.
Aber auch die Anhänger der gegnerischen Mannschaft liessen sich angesichts der griechischen Fanchöre nicht lange bitten: «Russia, Russia», skandierten sie im Vorübergehen und lachten siegessicher. Die Fanzone am Residenzplatz war am frühen Samstagnachmittag hingegen nur schwach frequentiert. Die Stände blieben verwaist.
Zwei unterschiedliche Fantypen
Während die Griechen meist in grösseren Gruppen unterwegs waren, gingen die russischen Fans in Zweier- oder Dreierformationen durch die Stadt.
Immer mit dabei: T-Shirts in den Nationalfarben Rot, Blau und Weiss oder die Nationalflagge - zum kessen Rock geknotet oder als Umhang getragen. Wer noch keine passende Fankleidung hatte, konnte sich bei vielen Ständen entlang der Staatsbrücke, in der Getreidegasse oder am Alten Markt noch eindecken.
Der Fanschal mit den Mannschaften des heutigen Spiels um zehn Euro entpuppte sich aber eher als Ladenhüter. «Zu teuer», befanden die Gäste und gingen weiter, weil sich der Verkäufer nicht auf das Handeln einlassen wollte.
Während die Griechen viele Gastgärten besetzten, zog es die russischen Fans zum Bummeln und Shoppen in die Getreidegasse, wo so manche Nobelboutique frequentiert wurde.
Während die Frauen in Ruhe modische Kleidchen der Marke Extrakurz probierten, wurden die männlichen Begleiter auf eine harte Geduldsprobe gestellt.
Schweden machen die Musik
Dass die wahren Stimmungskaiser aber die Schweden sind, zeigte sich auf der anderen Seite der Salzach: Im Schanigarten von «Wein & Co» am Platzl hatte sich ein Trupp in Salzburg verbliebener schwedischer Fans niedergelassen und die Gitarre hervorgeholt.
Die Spontan-Musiker aus dem hohen Norden konnten sich über mehr Applaus freuen als jene Profimusiker, die auf einer kleinen Bühne in der nicht übermässig stark frequentierten Griechenmeile in der Priesterhausgasse, aufspielten.
(sda/ap/bosl/koua)
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