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Anna Göldi wird rehabilitiert

Dienstag, 10. Juni 2008, 17:45 Uhr, Aktualisiert 11.06.2008, 14:55 Uhr

Glarner Regierung lenkt nun doch ein

Die Regierung des Kantons Glarus will Anna Göldi, «die letzte Hexe Europas», rehabilitieren. Göldi, welche im Juni 1782 zum Tod verurteilt worden war, soll vom Tatbestand der «Vergiftung» entlastet werden.

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Anna Göldi

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Einen entsprechenden Antrag in Absprache mit der evangelisch-reformierten und der katholischen Kirche hat die Regierung dem Landrat (Parlament) gestellt. Göldi sei 1782 in einem nicht rechtmässigen Verfahren Opfer eines «Justizmordes» geworden, hiess es in einer Mitteilung des Regierungsrates.

Mit der Rehabilitation soll nun ein ungerechter, staatlicher Akt beseitigt werden. Zugleich sei die Rehabilitation Bekenntnis eines krassen Unrechts und eines gravierenden Fehlurteils. Das Todesurteil über Anna Göldi habe mit dem Evangelischen Rat eine nicht zuständige Instanz gefällt.

Göldis Tod sei umso unverständlicher, als der Prozess gegen die angebliche «Hexe» in die Zeit der Aufklärung gefallen sei, in der sich die Urteilenden als gebildete Leute betrachtet hätten. Trotzdem sei Göldi gefoltert und hingerichtet worden.

Anna Göldi werde als Symbolfigur weiterleben als Mahnmal für Aufmerksamkeit gegen Ungerechtigkeit, wo immer es nötig sei. Heute sei dies insbesondere beim Menschenhandel der Fall.

Noch im vergangenen Jahr hatten die Glarner Regierung sowie der reformierte Kantonalkirchenrat eine Rehabilitation Göldis abgelehnt. In der Folge überwies der Landrat am 7. November eine Motion an den Regierungsrat mit dem Auftrag, Göldi zu rehabilitieren.

Göldi war am 13. Juni 1782 geköpft worden. Der Magd im Hause des Fünferrichters Johann Jakob Tschudi war vorgeworfen worden, die Tochter Tschudis derart verdorben zu haben, dass diese Stecknadeln ausgespuckt und Zuckungen gehabt habe. Sie war europaweit die letzte Frau, die als Hexe hingerichtet worden war.

Zum 225. Jahrestag von Göldis Tod wurde 2007 eine Stiftung gegründet. Am vergangenen 22. September war in Mollis zudem ein Anna-Göldi-Museum eingeweiht worden.

(ap/schj)

Kommentare aktiv...

M. Fricker, Rüti/GL

Verfasst am: 11.6.2008 14:01

Mord Verjährt nie

Mord Verjährt nie so steht es im Gesetzt, wehr... mehr

Zustimmen — 3 Leser sind auch dieser Meinung.
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A. Weiss, Olten

Verfasst am: 11.6.2008 2:52

was fuer eine regierung????

kirche und staat sind seit der bundesverfassung... mehr

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J. Simon, erlach

Verfasst am: 10.6.2008 23:31

`getrübt & betrübt`

Die Vergangenheit kann man nicht einfach weg... mehr

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