International
«Junta stiehlt Hilfsgüter»
Schwere Vorwürfe von Amnesty
Amnesty International beschuldigt die Militärjunta in Burma, Hilfsgüter für die Zyklonopfer zu stehlen. Nicht alle Spenden aus dem Ausland kämen bei den Überlebenden der Umweltkatastrophe an.
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Amnesty International hat 40 Fälle dokumentiert, in denen Beamte oder Soldaten Hilfslieferungen konfiszierten. Was mit den Decken, Zelten und Nahrungsmitteln passierte, weiss niemand. In einem Fall seien gleich 48 Lastwagen beschlagnahmt worden.
Die Regierung setze damit das Leben der Überlebenden aufs Spiel, sagte der Burma-Berichterstatter der Organisation in Bangkok. Bei der Naturkatastrophe kamen wahrscheinlich 134'000 Menschen ums Leben. Hunderttausende wurden obdachlos.
Amnesty appellierte an die Hilfsorganisationen, in solchen Fällen Alarm zu schlagen. Keiner dürfe nur aus Sorge, die Junta könne seine weitere Arbeit im Land behindern, schweigen.
Nach der Weigerung der Junta, amerikanische Hilfe von Bord der US-Kriegsschiffe vor der Küste zu akzeptieren, ist der Flottenverband abgezogen.
Dafür trafen fast fünf Wochen nach dem Zyklon am Donnerstag die ersten von 200 Experten der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN im Katastrophengebiet ein um festzustellen, was die Opfer brauchen. Ihr erster Bericht soll Ende Juni vorliegen.
In Rangun wurde unterdessen ein im Lande populärer Satiriker festgenommen, der gegen den Widerstand der Behörden seit Wochen im Katastrophengebiet Zyklon-Opfern hilft.
Die Satiriker Zarganar hatte die Militärjunta erst vor wenigen Tagen wieder mit einem freimütigen Interview über die Lage im Katastrophengebiet provoziert. Er berichtete, dass seine rund 400 Helfer selbst nach vier Wochen noch auf Dörfer stiessen, die noch keinerlei Hilfe bekommen hatten.
Zarganar ist ein scharfer Kritiker des Regimes, der seine Kommentare in satirische Witze packt. Er war jahrelang als politischer Gefangener im Gefängnis und steht unter Auftrittsverbot.
(sda/sprm)
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