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International

Burma-Opfer müssen in Dörfer zurück

Freitag, 30. Mai 2008, 17:02 Uhr

Auffanglager haben ausgedient

Das burmesische Militärregime hat mit der Räumung von Lagern für die Sturmopfer begonnen. Die Vereinten Nationen haben Burma davor gewarnt, die Zyklon-Opfer vorzeitig in abgelegene Dörfer zurückzuschicken.

Überreste eines Hauses, das vom Zyklon Nargis zerstört wurde
Burmas Militärregime will, dass die Bewohner des Irrawady-Deltas in ihre zerstörten Dörfer zurückkehren. (reuters)

Die Betroffenen seien in ihren angestammten Wohnorten besser aufgehoben, erklärte ein Regierungsvertreter zur Begründung. In den staatlichen Notunterkünften seien sie dagegen auf Hilfe angewiesen, was keine dauerhafte Lösung bedeute.

Mit scharfen Worten hat das Regime die ausländische Hilfe für die Opfer kritisiert. «Die Bevölkerung ist in der Lage, sich aus solchen Naturkatastrophen selbst zu befreien», schrieb die Staatszeitung «New Light of Myanmar». Die Bevölkerung könne auch ohne die «Schokoriegel» der internationalen Gemeinschaft überleben, schrieb die Zeitung weiter. Zur Monsunzeit gebe es «grosse essbare Frösche in Hülle und Fülle».

Hilfswerke besorgt

Hilfsorganisationen berichten dagegen von ausgemergelten Zyklon-Opfern, die in den vergangenen vier Wochen praktisch keine Helfer gesehen haben und tagelang nichts zu essen hatten.

Die Räumung mache es nur schwieriger, die Menschen zu versorgen und Epidemien zu verhindern, sagte die Regionaldirektorin des Kinderhilfswerks UNICEF in Bangkok. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass 41 Prozent der 2,4 Millionen Bedürftigen Hilfe bekommen haben. 134'000 Menschen kamen bei dem verheerenden Zyklon ums Leben oder werden vermisst.

Zu wenige Spezialisten

Während die Visa für ausländische Helfer inzwischen zügig erteilt werden, haben die Vereinten Nationen immer noch Probleme, genügend ausländische Experten in das Katastrophengebiet zu bekommen. «Wir verlangen freien Zugang für die Nichtregierungsorganisationen und die Experten der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften», sagte UNO-Sprecherin Elisabeth Byrs in Genf. Vor Ort würden dringend Experten für die Trinkwasserherstellung gebraucht.

Die UNO hatte bereits am Mittwoch das letzte der 45 beantragten Visa erhalten. Diverse Hilfsorganisationen warten hingegen noch auf die Einreise-Erlaubnis.

DEZA rückt in Delta vor

Die zwei bislang in Rangun blockierten Schweizer DEZA-Helfer dürfen am Dienstag in das Katastrophengebiet des Irrawady-Deltas reisen, um die Verteilung der Hilfsgüter zu beobachten, wie DEZA-Sprecher Andreas Stauffer sagte. Ein dritter Experte reist laut Stauffer nächste Woche nach Rangun.

Arbeit mit lokalen Hilfswerken

Die an der Geberkonferenz vom vergangenen Sonntag zugesprochene Aufstockung der Schweiz von 2,5 auf 4 Millionen Franken hänge unter anderem von den Ergebnissen dieser Beobachtungen ab, sagte Stauffer.

Das DEZA arbeitet vor Ort mit dem Hilfswerk ADRA zusammen. Dieses hat lokale Angestellte, über welche die Verteilung der Hilfsgüter abgewickelt wird. «Das entscheidende Kriterium für uns ist, dass wir mittelfristig Zugang zu den Krisengebieten haben», sagte Stauffer.

Caritas Schweiz hat seine Hilfe für die Zyklon-Opfer unterdessen erneut erhöht. Inzwischen stelle es einen Betrag von einer Million Franken zur Verfügung, teilte das Hilfswerk mit. Die Caritas-Projekte werden von der Glückskette mitfinanziert.

(sda/olsm)

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