International
Propaganda-Offensive in Burma
UNO-Mitarbeiter erhalten Visum
Die Militärregierung in Burma hat der Opposition um Aung San Suu Kyi vorgeworfen, sie wolle die verheerenden Folgen des Wirbelsturm «Nargis» zur Anstachelung eines Aufstands nutzen. Derweil haben alle ausländischen UNO-Mitarbeiter ein Visum erhalten - vier Wochen nach dem Wirbelsturm.
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Suu Kyis Nationale Liga für Demokratie (NLD) versuche, «die Unzufriedenheit der Opfer und die Probleme zu schüren, damit die Wut der Öffentlichkeit in Aufruhr ausartet», hiess es in einem Leitartikel der staatlichen Zeitung «New Light of Myanmar», des Sprachrohrs der Regierung.
Statt mit der Bevölkerung zusammenzuarbeiten, wollten die Regierungsgegner die Lage politisch instrumentalisieren. Dies offenbare den «Egoismus und die Skrupellosigkeit» der Oppositionspartei.
Am Mittwoch ist laut einem UNO-Sprecher das letzte von 45 beantragten Visa vergeben worden. Die Helfer haben somit bis zu vier Wochen auf die Einlasserlaubnis in das vom Wirbelsturm zerstörte Land gewartet.
Dagegen warten Helfer des Roten Kreuzes nach wie vor auf eine Zugangserlaubnis. Die meisten von 30 ausländischen Mitarbeitern in Rangun hätten noch kein Visum, teilte das Rotkreuz mit.
Zudem lässt Burma nach wie vor keine ausländischen Militärschiffe ihre Ladung löschen. Ein führender US-Kommandant warnte, die seit Tagen vor der Küste kreuzenden Marineschiffe mit Hilfslieferungen könnten bald umkehren.
Auch die drei Schweizer Helfer durften immer noch nicht in die betroffenen Gebiete reisen, sagte Fabienne Wydler von der Humanitären Hilfe der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Dennoch habe die Schweiz ihre Hilfe an die Opfer des definitiv von 2,5 Millionen Franken auf vier Millionen erhöht.
Die Schweiz hatte nach der Geberkonferenz vom vergangenen Wochenende ihre Hilfe erhöht, diese allerdings an Bedingungen geknüpft: Den Helfern muss direkter Zugang in die betroffenen Gebiete gewährt und die Verteilung der Güter muss kontrolliert werden können. Diese Bedingungen konnten laut Wydler bisher eingehalten werden, wenn der Zugang auch nur Helfern von Partnerorganisationen möglich war.
Die Schweiz hat bereits zwei Flüge mit Hilfsgütern organisiert. Diese wurden jeweils von lokalen Partnern an die notbedürftige Bevölkerung verteilt. Weiter zahlte die Schweiz eine Million Franken an die Welternährungshilfe (WFP) und je 100'000 Franken an die Projekte von Ärzte ohne Grenzen (MSF) und an die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe (ADRA).
Die Militärregierung hatte am Dienstag den Hausarrest für Suu Kyi um ein weiteres Jahr verlängert. Zuvor hatten rund 30 NLD-Anhänger versucht, von der Parteizentrale zum Haus der Friedensnobelpreisträgerin in Rangun zu marschieren.
Die Polizei stoppte die Demonstration laut NLD jedoch und nahm 16 Teilnehmer fest. Durch den Zyklon «Nargis» wurden nach amtlichen Angaben mehr als 133'000 Menschen getötet oder sind seitdem vermisst.
(sda/fref)
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J. Simon, erlach
Verfasst am: 29.5.2008 10:49
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